Bären hautnah: Wie man den Waldbewohnern respektvoll begegnet

Wie verhält man sich bei einer Begegnung mit Bären in der freien Wildbahn? Ich weiß, die meisten von euch sind erfahrene Wanderer, Reisende und Naturliebhaber. Vielleicht habt ihr auch schonmal einen Bären in freier Wildbahn getroffen?

Eine Begegnung mit einem Bären ist immer ein besonderes Erlebnis, das man nicht unterschätzen sollte. Wenn ihr keinen geschulten Bärenexperten dabei habt und nicht gerade absichtlich auf Bärensafari im Naturreservat seid, solltet ihr diese Begegnungen aber vermeiden. Hier ein paar wichtige Tipps, wie man sich in Regionen verhalten sollte, in denen man den zotteligen Riesen über den Weg laufen kann:

Der Wind in den Haaren, die Bären im Kopf

Bären haben gute Ohren

Bären haben eine gute Nase und werden Menschen aus Prinzip eher meiden.

Einer der ersten Tipps, die ich euch geben möchte, ist die Beachtung der Windrichtung. Bären haben einen ausgezeichneten Geruchssinn. Wenn ihr gegen den Wind lauft, wird der Bär euch nicht riechen können, was zu einer unangenehmen Überraschung für beide Parteien führen könnte. Also, immer wieder mal den Wind prüfen, besonders wenn ihr euch in dicht bewaldeten Gebieten befindet. Wenn ihr gegen den Wind lauft, könnte der nächste Tipp praktisch sein…

Die Kunst der akustischen Präsenz: Mehr als nur Lärm

In der Gruppe ist es immer besser: durch Gespräche und Geräusche kann man einen Bären auch fernhalten.

In Gebieten, wo die Sicht eingeschränkt ist, ist es ratsam, sich akustisch bemerkbar zu machen. Singt eure Lieblingslieder, erzählt euch gegenseitig Witze oder entfacht eine spannende Diskussion. Wenn ihr mit eurer Wikinger-Gruppe unterwegs seid, wird euer Reiseleiter euch sicherlich auch viele spannende Geschichten erzählen können. Das Ziel ist, dem Bären genügend Zeit zu geben, sich zurückzuziehen. Glaubt mir, er hat genauso wenig Lust auf eine Begegnung mit Menschen wie ihr mit ihm. Pfeifen solltet ihr aber sein lassen. Ein Bär könnte das Pfeifen als den Ruf eines anderen Tieres interpretieren und neugierig werden.

Bären-Diplomatie

Solltet ihr trotzdem einem Bären begegnen, ist es vor allem wichtig, Ruhe zu bewahren. Hört nicht auf, Geräusche zu machen, redet ruhig weiter mit tiefen und ruhigen stimmen, damit der Bär euch als Menschen identifizieren kann. Wenn er dennoch näher kommt, ist es wichtig, direkten Augenkontakt zu vermeiden und sich langsam wegzubewegen.

Experten empfehlen ebenfalls, sich groß zu machen, indem man sich auf die Zehenspitzen stellt. Sollte er euch doch zu nah kommen, besteht der einzige Ausweg meist darin, sich auf den Bauch zu legen, die Hände im Nacken zu verschränken und sich tot zu stellen. Der Bär wird euch höchstens beschnuppern und im besten Fall schnell wieder weg gehen.

Immer dicht zusammenhalten, damit der Bär sich nicht umzingelt fühlt!

Wenn ihr als Gruppe unterwegs seid, ist ebenfalls wichtig, zusammen und nah beieinander zu bleiben. Ein Bär, dem ihr zufällig begegnet, könnte sich umzingelt fühlen, wenn ihr weit auseinander lauft und ihm auf einmal gegenübersteht. Er könnte sich erschrecken und angreifen.

Und natürlich: lasst die Handys in der Tasche. Ein Selfie mit dem Bären für Facebook und Instagram ist es echt nicht wert 🙂

Respekt vor dem Bären-Territorium

Denkt immer daran, dass ihr euch im Lebensraum des Bären befindet. Lasst keine Spuren zurück und respektiert die unsichtbaren Grenzen, die die Natur geschaffen hat. Wenn ihr Essen dabei habt, stellt sicher, dass es gut verpackt ist und hängt es in einem Baum auf, weit weg von eurem Lager, wenn ihr zeltet.

Kochen auf dem Bärentrail? Gerne. Aber mindestens 70 Schritte vom Zeltplatz entfernt!

Experten empfehlen, beim campen auf Bärenterrain das Dreiecksprinzip anzuwenden: Nahrungsmittel an einer Stelle zu verstauen und am Besten in einen Baum zu hängen, an einer anderen, weit entfernten Stelle die Campingküche und alle Kochutensilien zu deponieren und an einer dritten Stelle euer Zelt aufzubauen. Zwischen den drei Ecken dieses Dreiecks sollten jeweils ungefähr 70 Große Schritte liegen (ungefähr 60m). So seid ihr sicher, auch wenn ein Bär neugierig wird und das Essen beschnuppern möchte.

Fazit: Eine sichere Begegnung mit den Giganten der Wildnis

Kleine Bären sind sehr süß

Ein kleiner Bär zum Abschied 🙂

Eine Begegnung mit einem Bären kann ein unvergessliches, wenn auch respekteinflößendes Erlebnis sein. Auf einigen Wikinger-Reisen kannst du Bären auch in freier Wildbahn beobachten, ohne dich um dein Leben fürchten zu müssen. In ALASKA, RUMÄNIEN oder KANADA kannst du den Tieren nah kommen. Also, packt eure Rucksäcke, schnürt die Wanderschuhe und macht euch bereit für euer nächstes Abenteuer in der Wildnis!

Bis zum nächsten Mal,

Nell