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Orientierung auf einer Wander- oder Trekkingtour

Orientierung

Orientierung

Wie lese ich die Karte richtig und wie gehe ich richtig mit dem Höhenmesser um? Hier finden Sie die wichtigsten Informationen.

Wander-Ratgeber

Die Trekkingkarte

Bei den bekanntesten Trekkingtouren wird zur Orientierung lediglich die Trekkingkarte verwendet. Die meisten Wanderwege sind bestens markiert (z. B. GR 20, Lykischer Weg, Bärentrek), so dass man sich kaum verlaufen kann. Man kann jederzeit auch auf unklare Abschnitte, Weggabelungen oder auch Änderungen im Routenverlauf stoßen (z.B. nach einem Sturm, Hochwasser o.ä.), bei denen sich gute Kenntnisse im Kartenlesen als hilfsreich erweisen. Für Gäste, die bei der Orientierung unsicher sind, empfiehlt sich eine geführte Wikinger-Trekkingtour, denn der Reiseleiter kennt sich bestens im Gelände und im Umgang mit der Karte und dem Kompass aus. Zusätzlich zu Karte und Kompass empfiehlt sich besonders im Gebirge ein Höhenmesser.

Allgemeine Karteneigenschaften

Eine Trekking- bzw. Wanderkarte ist ein plastisches Abbild der Realität mit allen Landschaftsdetails. Auf den ersten Blick sollte man darin Landschaftsformen wie Berge und Täler, Flüsse, Seen und Wälder erkennen können. Darüber hinaus liefert eine gute Karte weitere trekkingrelevante Informationen: Höhenangaben und Höhenlinien, Straßen, Wanderwege, Ortschaften, Aussichtspunkte, Campingplätze, Grenzverläufe usw. Ein Koordinaten-Gitternetz erleichtert die Arbeit mit dem Kompass oder dem GPS-Gerät.

Der Maßstab

Eine gute Trekkingkarte weist im Optimalfall einen Maßstab von 1 : 25 000 (1 cm auf der Karte = 250 Meter in der Natur) auf. Der Maßstab 1 : 50 000 (1 cm auf der Karte = 500 Meter in der Natur) reicht in den meisten Fällen auch aus. Größere Maßstäbe sind zum Orientieren im Gelände ungeeignet.

Höhenlinien

Mit Hilfe von Höhenlinien wird das Relief einer Landschaft (Berge und Täler) auf der Karte dargestellt. Die Höhenlinien verbinden Punkte gleicher Höhe miteinander. Bei einer derartigen Höhendarstellung wird jeder Berg in der Karte in Scheiben "zersägt": jede Scheibe (dargestellt durch eine Höhenlinie) gibt ein Höhenlevel wieder (z.B. "2.760 m"). Je dichter die Scheiben aufeinander liegen, je näher also die Höhenlinien beieinander stehen, desto steiler ist das Gelände in der Natur. Wichtig bei der Deutung der Höhenlinien ist der Abstand von einer Höhenlinie zur nächsten. Die Angabe des Abstandes (in Höhenmetern) ist der Karten-Legende zu entnehmen.

Schummerung

Neben den Höhenlinien wird die Höhe durch eine Schummerung (Schattierung) dargestellt. Sie simuliert einen Lichteinfall aus der nordwestlichen Richtung und lässt die Landschaft plastischer erscheinen.

Einfache Orientierung mit Karte und Kompass

Einnorden der Karte: Falls Sie keinen Kompass dabei haben, können Sie den Norden mithilfe einer Analoguhr bestimmen. Dafür richten Sie den Stundenzeiger auf die Sonne aus. Der Süden liegt immer in der Mitte zwischen zwölf Uhr und der durch den Stundenzeiger angezeigten Zeit. Auf der gegenüberliegenden Seite finden Sie automatisch den Norden. Bei Sommerzeit müssen Sie die Uhr um eine Stunde zurückdrehen. Falls Sie nur eine Digitaluhr haben, zeichnen Sie sich eine Uhr mit der Uhrzeit auf einem Blatt Papier auf. Legen Sie die Karte stets so, dass der obere Kartenrand Richtung Norden zeigt. Als nächstes werden markante Punkte im Gelände wie Flüsse, Gipfel, Wiesen und Seen gesucht. Wählen Sie sich die markantesten vier Punkte in verschiedenen Himmelsrichtungen aus. Peilen Sie diese Punkte über den von Ihnen vermuteten Standort auf der Karte an. Sind die ausgesuchten Punkte nun auch in der Karte zu finden? Wenn nicht, dann haben Sie hoffentlich noch ein GPS-Gerät dabei...

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Einfache Orientierung mit Hilfe der Karte

Um die eigene Position in der Karte zu bestimmen, braucht man meistens einen bzw. mehrere markante Punkte im Gelände. Eine Brücke bzw. eine Weggabelung reichen bereits, um zu erfahren, wo man sich gerade befindet (vorausgesetzt, man hat die ganze Zeit den Überblick behalten). Fehlen solch eindeutige Hinweise, so orientiert man sich an mehreren Geländepunkten wie Flüssen, Gipfeln, Wiesen, Seen usw.. Ein erhöhter Standpunkt und die Verwendung des Kompasses erleichtern dabei die Orientierung. Nach dem gleichen Prinzip (Vergleich Gelände - Karte) sucht man alle tourenrelevante Punkte.

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Einfache Orientierung mit Hilfe der Karte und des Höhenmessers

Im Gebirge gilt neben der Karte der Höhenmesser als die beste Orientierungshilfe. Die Positionsbestimmung ist damit recht einfach, vorausgesetzt, man befindet sich auf einem Weg, der in der Karte verzeichnet ist (bzw. die Höhenangabe kommt vom GPS-Gerät, das gleichzeitig die Position anzeigt). Überträgt man den vom Höhenmesser angegebenen Wert auf die Karte, so findet man sofort seine eigene Position: Man befindet sich genau dort, wo der Weg auf die jeweilige Höhenlinie trifft. Verfügt man noch über einen markanten Punkt im Gelände wie eine Wegegabelung o. ä., so bereitet die Positionsbestimmung gar keine Probleme. Einziger Nachteil: Bei einem Höhenmesser erfolgt die Höhenmessung anhand des Luftdruckes. Ändert sich dieser, so werden die Höhenangaben unpräzise. Deshalb ist es wichtig, die Angaben mit der Karte zu vergleichen und gegebenenfalls den Höhenmesser zu justieren.

Was sich auf der einen Seite als Nachteil erweist, kann auf der anderen zum Vorteil werden: die Luftdruckmessung Ihres Höhenmessers hilft Ihnen, die Wetterentwicklung zu beobachten. Wenn man die Werte vom Vorabend mit den Morgenluftdruck vergleicht, so stellt man die Wettertendenz fest: Das Wetter verschlechtert sich mit dem fallenden und verbessert sich mit dem steigenden Luftruck. Damit ist der Höhenmesser kein überflüssiges High-Tech-Spielzeug, sondern ein hilfreiches Messgerät, das schon manch einem das Leben gerettet hat. Beim Kauf entscheidet man sich entweder für einen digitalen oder einen mechanischen Höhenmesser. Die mechanischen (Thommen) sind sehr präzise und einfach in der Bedienung. Die digitalen (Casio, Suunto) weisen mehrere Funktionen auf (Höhenmesser, Barometer, Kompass, Uhr usw.) und sind damit richtige Alleskönner für das Leben draußen.

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Einfache Orientierung mit Hilfe eines GPS-Gerätes

GPS steht für weltweite Standortbestimmung (Global Positioning System). Das System wurde vom amerikanischen Verteidigungsministerium entwickelt. Es besteht aus 24 Satelliten, die zweimal pro Tag die Erde umkreisen und dabei ihre Bahndaten sowie die genaue Uhrzeit in die entlegensten Regionen der Welt übertragen. Mit Hilfe der empfangenen Daten kann der GPS-Benutzer jederzeit seine Position auf der Erde bestimmen. Das Gerät gleicht dabei die empfangenen Informationen mit den abgespeicherten Sateliten-Bahnparametern ab. Dadurch ist es imstande, die Entfernung des Benutzers zu den empfangenen Satelliten zu errechnen. Hieraus resultiert der geografische Standort des Benutzers. Dieser wird fehlerfrei ermittelt, wenn das Gerät Signale von mindestens drei Satelliten empfangen kann. Die bestmögliche Genauigkeit der Positionsbestimmung beträgt 3 bis 5 Meter; bei Bewölkung oder Abschirmung durch hohe Gebäude, Bäume oder Berge weicht die reale Position teilweise um mehr als 50 m ab - diese Angabe ist jedoch der Anzeige des GPS-Geräts zu entnehmen. Beim Empfang eines vierten Signals ist die Höhenangabe verlässlich.

Funktionen eines GPS-Gerätes

  • Bestimmung der geografischen Breite und Länge
  • Speichern von Routen und Wegepunkten
  • GOTO-Funktion: Richtung und Entfernung vom derzeitigen Standort zum eingespeicherten Zielpunkt
  • TRACKBACK - mit dieser Funktion findet man immer zum Ausgangspunkt zurück
  • Anzeige der aktuellen Geschwindigkeit und der Durchschnittsgeschwindigkeit
  • Berechnung der verbleibenden Zeit bis zur Ankunft am Ziel
  • Höhenangabe
  • Angabe von Datum und Uhrzeit

Positionsbestimmung/Tourenplanung mit GPS
Die Koordinaten des derzeitigen Standpunktes bekommt man kurz nachdem man das GPS-Gerät eingeschaltet hat. Mit der speziell für die Tourenplanung entwickelten Software (GAR-Trip, Quo-Vadis, FUGAWI, Ozi-Explorer) werden die Wegepunkte per Mausklick bestimmt und dann auf den GPS-Empfänger übertragen. Der Vorteil dieser Routenplanungssoftware gegenüber Geräten mit eingebautem Karten ist, dass jede beliebige Karte der Welt eingescannt werden kann (oder man kauft sie auf CD).

Was spricht für ein GPS-Gerät?

  • Die Bestimmung des Standortes ist kinderleicht.
  • Ob Süd- oder Nordkugel: Man kann das Gerät überall auf der Erde verwenden, ohne die unterschiedlichen Doseneinsätze für die Nord- oder Südhalbkugel (wie beim Kompass) berücksichtigen zu müssen.
  • Ablenkung und Missweisung gibt es nicht.
  • Selbst bei schlechten Sicht- (Nebel, Dunkelheit) und Wetterverhältnissen (Schnee, Regen, Gewitter) findet man den nächsten Wegepunkt.
  • TRACKBACK - mit dieser Funktion findet man immer zum Ausgangspunkt zurück.
  • Die Tour kann man Mithilfe der entsprechenden Software bequem am PC planen und später auswerten.

Nachteile von GPS

  • Bestimmung der Himmelsrichtung ist nur aus einer Bewegung möglich. Ein GPS-Gerät funktioniert nicht nach dem Magnetismusprinzip (Kompass), sondern bestimmt die Himmelsrichtung aus einer Bewegung (ca. 4 km/h) zwischen zwei Punkten.
  • Ein GPS-Gerät benötigt Batterien. Wenn diese alle sind, sollten Sie Ersatzbatterien dabei haben oder vielleicht doch Karte und Kompass.

Last but not least
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Der von Ihrem GPS empfohlene Sprung in den Abgrund führt Sie mit Sicherheit nicht zum gegenüberliegenden Ufer. Verlassen Sie sich in diesem Fall auf Ihren Menschenverstand und nehmen lieber die nächste Brücke...

Weiterführende Literatur

GPS Outdoor-Navigation, Rainer Höh, Reise Know-How, 2000 ISBN: 3894167629
Orientierung mit Karte, Kompass und GPS, Wolfgang Linke, Busse und Seewald, 1998, ISBN: 3512031846

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