Seit vielen Jahren entdeckt Erika Wiedenmann mit Begeisterung neue Reiseziele auf geführten Wandergruppenreisen. In diesem persönlichen Reisebericht erzählt sie von ihren Erfahrungen auf der Wikinger-Wanderreise „Wanderwoche im Blumenparadies“ und zeigt, warum es sich auch im besten Alter lohnt, allein aufzubrechen und gemeinsam Neues zu entdecken.
Anreise nach Madeira und unser Wanderhotel in Calheta
Auf die Wanderreise nach Madeira hatte ich mich schon sehr gefreut: das kalte Wetter in Deutschland verlassen und durch die Blumeninsel mit ihrem ganzjährig angenehmen Klima wandern. Nach dem ca. vierstündigen Flug von München, wo wir erst nach dem Enteisen des Flugzeugs starten konnten, empfing uns die Insel mit blauem Himmel. Das Wikinger-Taxi wartete schon auf mich (ich war die einzige Teilnehmerin, die aus München anreiste) und brachte mich nach Estreito da Calheta zum Wanderhotel Quinta Alegre, das von einem deutschen Besitzer geführt wird (Transferzeit ca. 45 Minuten). Ich verbrachte den Nachmittag im wunderschönen Garten bis zum gemeinsamen Abendessen mit den anderen nach und nach ankommenden Teilnehmern.


Gemeinsam wandern – auch wenn das Wetter die Pläne ändert
Unser gutgelaunter Wanderführer Thomas passte unsere Wandertouren täglich aufs Neue dem wechselnden Wetter und den Wegsperrungen an. Es hatte in den zwei Wochen zuvor stark geregnet und gestürmt, so dass einige Wege gesperrt bzw. nicht sicher begehbar waren. Am ersten Tag wanderten wir nach Fajã da Ovelha mit einer kleinen Rast am Miradouro do Massapez mit herrlichem Blick über das Meer. Anschließend machten wir noch kleine Spaziergänge in den Küstenorten Paúl do Mar und Jardim do Mar.

Funchal, Botanischer Garten und Cabo Girão
Der Ausflug nach Funchal am zweiten Tag war fakultativ und konnte für 45,– € hinzugebucht werden. Wir besichtigten die Altstadt mit teils schön verzierten Haustüren, anschließend die Markthalle und den Botanischen Garten. Zudem konnten wir die Stadt noch zwei Stunden lang auf eigene Faust erkunden, bis der Bus uns nach einem Abstecher zur Aussichtsplattform an der Steilküste Cabo Girão (Kap der Umkehr) in die Unterkunft zurückbrachte.


Levada-Wanderung durch Rabaçal zum Risco-Wasserfall
Am Sonntag fand die Rabaçal-Tour statt, wir wanderten an den zur Bewässerung angelegten Levadas entlang, durch den Lorbeerwald bis zum Risco-Wasserfall, wo bereits ein paar Mutige badeten. Der Rückweg führt durch den 800 Meter langen Reitertunnel, einem historischen Tunnel aus dem Jahr 1877 (Taschenlampe/Handylampe nötig). Im Anschluss an diese Wandertour fuhren wir mit unserem Wikinger-Bus an den Strand von Calheta für eine Pause am Strand bzw. im Strandcafé.

Wandern auf der Halbinsel Ponta de São Lourenço
Am Montag war wieder ein fakultativer Ausflug geplant (39,– €). Da der Höhenweg mit Pico do Arieiro und Pico Ruivo gesperrt war und der Wetterbericht für den Osten der Insel günstiger war, fuhren wir nach Ponta de São Lourenço mit herrlichem Ausblick auf die steil ins Meer abfallenden Berge, folgten drei Kilometer einer Levada, meist mit Blick auf die Küstenlinie in Richtung Porto da Cruz und besuchten zum Abschluss das schöne Örtchen Machico, wo wir eine Stunde Zeit für eine Kaffeepause am Strand oder zum Flanieren hatten.


Eine erholsame Auszeit an der Küste
Die Planung für den nächsten Tag musste aufgrund der Regenfälle, die über Nacht einige Wege stark aufgeweicht hatten, erneut angepasst werden. Ich blieb an diesem Tag aufgrund von Schmerzen zunächst im Hotel. Später bestellte ich mit zwei anderen Damen ein Taxi, das uns an den Küstenort Ponta do Sol brachte, von wo aus wir an der Küste entlang bis nach Madalena do Mar spazierten und mit dem Taxi zurück ins Hotel fuhren – schöne und erholsame Stunden in der Sonne. Im Gegensatz zu den Touren in den höheren Lagen war es am Meer auch deutlich wärmer.
Im Feenwald von Fanal wandern
Am letzten Wandertag fuhren wir in Richtung Fanal, wanderten über die Hochebene im „Feenwald“ mit seinen teils 800 Jahre alten Lorbeerbäumen. Über Nacht hatte es am Pico do Arieiro, dem mit einer Höhe von 1.818 Metern dritthöchsten Berg Madeiras, geschneit und es war insgesamt eine recht kühle und feuchte, aber sehr eindrucksreiche Wanderung. Anschließend ging es über Ribeira da Janela nach Porto Moniz, wo wir Zeit für ein Mittagessen oder zum Spaziergang entlang der Uferpromenade mit dem alten und dem neuen Vulkangestein-Meeresbecken hatten (beide waren an diesem Tag gesperrt). Bevor der Bus uns zum Hotel zurückbrachte, machten wir noch eine kleine Wanderung bei Ponta do Pargo und konnten den bekannten Leuchtturm an der westlichsten Spitze besuchen.



Mein Fazit zur Wanderreise auf Madeira
Es war wieder eine schöne Wanderwoche, ich habe viele nette Menschen kennengelernt und in der Gruppe schöne Wanderungen und heitere Stunden bei den gemeinsamen Abendessen im „Quinta Alegre“-Hotel erlebt. Die Wanderungen waren für mich teilweise anstrengend, aber machbar, und insgesamt konnten wir sehr viel von der Insel sehen. Wir hatten immer denselben Bus, sodass wir Reserve-Schuhe, Jacken, etc. im Bus lassen konnten. Unser seit Jahrzehnten auf Madeira lebender deutscher Reiseführer erzählte uns viel über Land, Leute und Botanik und unser Busfahrer brachte uns sicher durch die kurvigen Straßen zu unseren Wanderzielen und Besichtigungsorten.
Am Abreisetag nutzte ich den Wikinger-Transfer zum Flughafen „…“, den Check-in hatte ich am Vorabend bereits online gemacht und das im Wikinger-Reisepreis inklusive Zugticket (inzwischen gelten diese Rail & Fly-Flex-Tickets für die 1. Klasse) für die Rückfahrt vom Flughafen zu meinem Wohnort hatte ich bereits zuhause gebucht. Die Madeira-Wanderreise „…“ würde ich jederzeit wieder buchen, am liebsten wäre ich noch ein paar Wochen in diesem kleinen Paradies geblieben. (…)
| Über die Autorin Erika Wiedenmann nimmt seit vielen Jahren mit Begeisterung an geführten Wandergruppenreisen teil und hat mit Wikinger Reisen bereits Ibiza, Sizilien, La Gomera, Madeira und Sardinien kennengelernt. Ihre Erlebnisse und Eindrücke möchte sie gerne weitergeben und insbesondere Menschen im besten Alter ermutigen, sich ebenfalls auf eine Wandergruppenreise einzulassen. Aus diesem Grund hat sie den kürzlich erschienenen und reichlich bebilderten Ratgeber „Wandern für Senioren. Allein reisen im Schutz der Gruppe“ geschrieben, in dem sie auch von ihren Erfahrungen auf verschiedenen Wandergruppenreisen in Südeuropa berichtet. Weitere Informationen zum Buch sowie die Bestellmöglichkeit gibt es auf der Webseite: wandern.wiedenmann.net |