Reisetagebuch: Zu Fuß im Wilden Westen

Mildes Klima im November und abwechslungsreiche Landschaft: „Cactus Country“ hat mich beeindruckt. Eine solche Vielfalt hatte ich in der Wüste im Wilden Westen der USA nicht erwartet. Seht selbst, was ich in den 19 Tagen während meiner Wikinger Reise erlebt habe… 

In diesem Jahr entschied ich mich für die Reise „Zu Fuß durchs Land der Kakteen“. Ich wünschte mit ein vielschichtiges Aktivprogramm und eine exotische Landschaft. Diese fand ich im Wilden Westen der USA. Da ich im Sommer zeitlich nicht dazu kam eine Fernreise anzutreten, entschied ich mich für eine Winterflucht. Raus aus dem nasskalten November-Wetter Deutschlands und rein ins milde Klima Arizonas und Südkaliforniens. Verschiedene Wanderungen unterschiedlichen Schwierigkeitsgrads sollten mich erwarten und die schönsten Nationalparks im Wilden Westen. Meine persönlichen Favoriten: der Grand Canyon und der Joshua Tree-Nationalpark. Doch diese Reise bot noch so viel mehr.

Ankunft im Wilden Westen

Nach einem Flug von 11 Stunden haben wir endlich die gigantische Wüstenmetropole Las Vegas erreicht! Zollabfertigung, Transfer zum Hotel und ein gemeinsames Abendessen zum ersten Kennenlernen waren die Programmpunkte des ersten Tages bevor wir alle k.o. ins Bett fielen… Am nächsten Morgen starteten nach einem typisch amerikanischen Frühstück und brachen auf in den Wilden Westen. Über die Route 66 gelangten wir nach mehreren Zwischenstopps am späten Nachmittag nach Grand Canyon. Sofort machten wir uns auf, um den Tag mit einem grandiosen Sonnenuntergang zu beenden…

Am Morgen des dritten Tages stand ein spektakulärer Heliflug durch den Gran Canyon auf dem Programm – ein absolutes Muss, welches man sich nicht entgehen lassen sollte! Auch der Rest des Tages stand ganz im Zeichen des Gran Canyons: im National Park hatten wir den ganzen Tag Zeit, den Canyon zu erwandern. Besonders empfehlenswert ist der Kaibab-Trail. Hier bekommt man wirklich ein Gefühl dafür, wie riesig das Gebiet tatsächlich ist.

Wandern im Land der Kakteen

Von Gran Canyon ging es heute weiter über Flagstaff und dem Oak Creek nach Sedona mit seinen eindrucksvollen Red Rocks. In diesem spirituellen Ort glauben die Leute entweder an die Indianertradition der Stämme Sinagua, Yavapai und der Apachen (sogar das McDonalds M ist in der Indianerfarbe türkis) oder sie folgen der New-Age-Bewegung und glauben an Aliens… Auch wir haben uns auf einem tollen Panoramaweg zu einem mystischen Wirbel begeben, um die davon ausgehende Kraft zu spüren – bisher ohne Erfolg…

Sedona haben wir vor einigen Tagen hinter uns gelassen und sind weiter Richtung Süden gereist. Vorbei an Montezuma Castle, der außergewöhnlichen Felsenbehausung der Indianer des Sinaguastammes und tiefer hinein in den Wilden Westen nach Bisbee. Hier fuhren wir in eine alte Kupfermine hinein und bekamen einen guten Einblick in das Leben und Arbeiten der Minenarbeiter gewonnen haben.

In Tombstone, wo der gleichnamige Western gedreht wurde, machten wir einen Zwischenstopp. Wir fühlten uns wie in eine andere Zeit versetzt und hatten Gelegenheit durch die zahlreichen Saloons zu schlendern.

Von Tucson aus haben wir den östlichen Teil des Saguaro-Nationalparks erwandert. Die Landschaft wurde durch riesige Kakteen und extrem hohe Temperaturen geprägt. Wir konnten nur erahnen, welche lebensfeindlichen Bedingungen uns am Ende der Rundreise in Death Valley erwarten würden…

Death Valley & Las Vegas

Nun ging es vom quirligen und belebten Palm Springs weiter Richtung Norden. In dem ruhigen Örtchen Lone Pine haben wir am Fuße des Mount Whitney, dem höchsten Berges der USA (außerhalb Alaskas), die Alabama Hills erwandert. Hier wurden schon zahlreiche Filme gedreht (Westernfilme und aktuellere wie Gladiator, Star Trek, Transformers etc.). Unser Hotel liegt in Zentrum der Stadt, wo John Wayne seine letzte Nacht verbracht haben soll.

Am nächsten Morgen fuhren wir weiter zum Death Valley, wo uns extreme klimatische Bedingungen erwarteten. Doch nicht etwa trockene 40 Grad im Schatten der nicht vorhandenen Bäume – nein, unter 10 Grad und strömender Regen (wahrscheinlich die komplette Jahresration an 2 Tagen). Wir standen am tiefsten Punkt der USA und staunten über die bunten Vulkanberge, die Salzkruste des Devil’s Golf Course und Scotty’s Castle mitten im Nirgendwo.

Umso krasser war der Gegensatz, der uns in der niemals schlafenden Spielermetropole Las Vegas erwartete. Zurück in der Zivilisation blieb uns bis zum Rückflug noch ausgiebig Zeit. Wer mochte, konnte sein eigenes Glück in den zahlreichen Kasinos herausfordern oder einfach nur über den Strip zu bummeln und die unzählbaren Lichter zu bestaunen.

Diese aktive Reise durch den Wilden Westen der USA hat mich in vielerlei Hinsicht beeindruckt. Nicht nur haben wir sehr viel sehen können. Das Wanderprogramm hat uns auch sehr nah an die bizarre Wüstenlandschaft herangebracht. Ich komme auf alle Fälle wieder.

Willst du auch, wie ich dem Winter entfliehen? Dabei durch eine so völlig fremdartige Landschaft wandern? Dann solltet ihr euch die Reise „Zu Fuß durchs Land der Kakteen“ nicht entgehen lassen.
Meine Reise ist nun erst einmal zu Ende und ich sage bis zum nächsten Mal!
Eure Susanne

Was meinst du dazu?

[callbackform]