Reisearomen – O wie Oregano

In einer weiteren Episode Reisearomen möchte ich euch vom Oregano berichten. Denn was wäre eine Italienreise ohne die spezifische Küche inkl. getrockneter Kräuter wie Oregano?

Oregano, Reisearomen – O wie Oregano
Oregano – typisch Italienisch

Kulinarik in Zeiten von Corona

In Zeiten des Lockdowns mit geschlossener Gastronomie stehen Lieferdienste in hoher Gunst. Eine Statistik aus 2019 widmet sich der beliebtesten Küche/Bestellungen der Deutschen. Und der Sieger ist? – nicht sehr verwunderlich, mit 79% die italienische Küche.
Pizza, Pasta und Co. liegen bei unserem Geschmack ganz weit vorn. Auch im Restaurant-Ranking (angebotene Küche in Gastronomie-Betrieben) brilliert die italienische Küche mit 38,87% auf dem ersten Platz. Buon Apetito!

Oregano, Reisearomen – O wie Oregano
Lecker: Bruschetta!

Herkunft und Namensgebung

Zurück zum Oregano: zugegeben, der auch wilde Majoran genannte Oregano gehört nicht zu den exotischsten Gewürzen der Welt, dafür zu einem der ältesten genutzten. Bereits die Römer sollen Oregano zum Verfeinern ihrer Speisen genutzt haben. Das älteste nachgewiesene Rezept, in dem die getrockneten Blätter eine Rolle spielen, ist allerdings ein Basler Pfannkuchen-Rezept aus dem 17. Jahrhundert.

Der heutige Name der Mittelmeer-Pflanze lässt sich vom italienischen „origano“ ableiten, das seinen Ursprung wiederrum im altgriechischen „τὸ ὀρίγανον“ hat. Die Namensherkunft ist bis heute nicht geklärt, daher wundert es nicht, dass auch die Namen Dost und wilder Majoran bis heute alternativ gebräuchlich sind.

Ursprünglich ist die krautige Pflanze im gesamten Mittelmeerraum beheimatet. Oregano stellt keine besonderen Ansprüche an seine Umgebung, bevorzugt jedoch trockene, sonnige Stellen und kalkhaltige Standorte. Man findet ihn wild an Weg- und Waldrändern, in Büschen und Hecken oder lichten Wäldern. Im Garten lässt er sich bei mildem Klima leicht kultivieren und treibt jährlich aus seinem Wurzelstock neu aus.

Verwendung in der Küche

In der deutschen Küche findet Oregano so gut wie keine Verwendung, dafür umso mehr in der griechischen, spanischen und vor allem italienischen. Was wäre eine Pizza ohne etwas getrockneten Oregano? Oder eine echt italienische Bruschetta ohne das würzig, herbe Aroma? Auch zu Omeletts, Lamm und Gemüsegerichten passt das Gewürz hervorragend. Was die wenigsten wissen ist aber, dass Oregano auch ein essenzieller Bestandteil des Tex-Mex-Gerichtes Chili con Carne ist. Zusammen mit Kreuzkümmel, Chilis, Knoblauch und Zwiebeln bildet er die Würzbasis.

Lagern kann man Oregano am besten getrocknet. Dazu einfach ganze Stängel etwa 5 cm über dem Boden abschneiden und im Sträußchen zum Trocknen aufhängen. Nach etwa 10 Tagen kann man die getrockneten Blätter von den Stielen lösen und in ein Schraubglas geben.

Oregano, Reisearomen – O wie Oregano
getrockneter Oregano

Heilkraut und Aberglaube

Dagegen ist noch kein Kraut gewachsen… lautet ein beliebtes Sprichwort, egal ob Dummheit, Liebe oder gar den Tod. Viele Kräuter haben aber eine heilende Wirkung auf die eine oder andere Beschwerde. Der wilde Majoran hilft laut Hippokrates von Kos zum Beispiel bei der Behandlung von Hämorrhoiden. In der modernen Pflanzenheilkunde ist er Bestandteil von Teemischungen bei krampfartigen Darm- und Magenbeschwerden. Die enthaltenen ätherischen Öle gelten unter anderem als antibakteriell, antiseptisch und antioxidativ.

In der Volksheilkunde wurde Oregano auch die Wirkung zugeschrieben Kummer zu vertreiben und Menschen fröhlich zu machen, weshalb man ihm den Beinamen Wohlgemut gab. Auch Gebärenden wurde Oregano mit ins Bett gelegt, da er als krampflösend gilt und den Milchfluss anregen soll.

Doch keine Wirkung ohne Nebenwirkung – im Mittelalter rankte sich um Heilkunde auch schnell ein Irrglaube. So soll Oregano vor dem Teufel schützen und Hexen vertreiben. In den Brautschuh gelegt oder gar im Brautstrauß eingebunden dient er als Schutz vor bösen Mächten.

Pizza, Pasta, Pesce

Genug der Theorie, ran an die Praxis 🙂
Anbei ein einfaches, aber super-schmackhaftes Fisch-Rezept aus der Toskana. Dieses und weitere authentische Rezepte findet ihr im Italien-Kochbuch des Kosmos-Verlages.

Involtini di pesce

Zutaten:

1 Zwiebel
1 Knoblaubzehe
5 EL Olivenöl
3 EL Semmelbrösel
1 EL Kapern
1 Bund glatte Petersilie
½ TL Thymian
Salz und Pfeffer aus der Mühle
8 dünne Scheiben festfleischiges Fischfilet
100 g Provolone (ersatzweise Butterkäse)
4 EL Zitronensaft
½ TL Oregano

Zubereitung:

  1. Zwiebel und Knoblauch fein würfeln und in 2 EL heißem Öl dünsten. Semmelbrösel untermischen und kurz mitbraten
  2. Kapern und Petersilie hacken, zusammen mit dem Thymian unter die Brösel mischen. Mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken.
  3. Fischfilets leicht salzen und pfeffern. Anschließend mit Brösel-Füllung bestreichen und Käse belegen. Belegte Fischfilets zu Röllchen aufwickeln und mit Zahnstochern fixieren.
  4. Backofen auf 200°C vorheizen. Fischröllchen nebeneinander in eine gefettete Auflaufform legen. 3 EL Olivenöl mit dem Zitronensaft aufschlagen und Oregano untermischen, über den Fisch verteilen.
  5. Auf mittlerer Schiene 20 Minuten im Ofen garen.

Zeitbedarf:

45 Minuten + 20 Minuten garen

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Und wer sich lieber bekochen lässt sollte sich folgende Reise mal anschauen: https://www.wikinger-reisen.de/wanderreisen/italien/7505.php

Ihr wandert durch Olivenhaine, vorbei an Weingütern und der wunderbaren Zypressenlandschaft der Toskana. Rosmarin- und Oreganoduft wehen euch um die Nase. Fehlt nur noch ein lukullisches Mahl in einem der malerischen Orte der Renaissance.

Ich wünsche euch einen guten Start ins Neue Jahr,
bleibt hungrig,

Nicole 🙂

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