Mitarbeiter auf Reisen: „Island kompakt: Erlebnis Hochland“

Am 29.06.14 startet unser „Faszination Hochland„. Mit einem Abendflug geht es nonstop von Düsseldorf mit Air Berlin nach Keflavik. Nach dem obligatorischen Geldwechsel warten wir noch bis alle Gäste angekommen sind und machen uns dann mit zwei weiteren Wikinger-Gruppen auf den Weg nach Reykjavik. Um ca. 02.15 Uhr isländische Zeit erreichen wir für eine sehr kurze Nacht unser erstes Hotel.

Hauswand in Reykjavik
Hauswand in Reykjavik
Der Götterwasserfall Goðafoss
Der Götterwasserfall Goðafoss

Eine heiße Dusche und ein ausgiebiges Frühstück machen uns wieder fit. Um 09.45 Uhr heißt es dann erstmal “Bless!” (Isländisch für: Tschüss) Reykjavik und wir starten unsere Runde auf dem Golden Circle. Vom Nationalheiligtum dem Nationalpark Þingvellir wo wir eine erste Einführung zur Geschichte und Geologie Islands erhalten, geht es weiter zum Namensgeber aller Geysire, der in den letzten Jahren sehr ruhig geworden ist, wir erfreuen uns daher mehr am springfreudigen kleinen Bruder Strokkur, der etwa alle 8 Minuten seine Fontäne in den Himmel schießt. Nach einer Mittagspause geht es weiter zum dritten Highlight: Der goldene Wasserfall: Gullfoss. Auch ohne Sonne offenbart er seine ganze Pracht und Kraft. Im Anschluss fahren wir über die Hochlandpiste Kjölur zu unserer nächsten Unterkunft. Dauerregen, Sturm und Nebel ziehen auf und machen den Weg besonders beschwerlich und abenteuerlich. Unser Busfahrer nimmt es locker und bringt uns sicher ans Ziel. Im Kerlingarfjöll erwarten uns urige Holzhütten, die bereits ordentlich vorgewärmt sind, so dass wir gerade durch das Unwetter vor unseren Fenstern eine große Behaglichkeit verspüren. Zum Abendessen versammeln wir uns im Hauptgebäude und bekommen ein leckeres isländisches 3-Gänge-Menü. Vom Restaurant aus beobachten wir durch große Panoramafenster ein Wetterspektakel aus Sturm und Regen. Dann erreicht uns eine kleine Hiobsbotschaft: Es gibt eine Unwetterwarnung für das Hochland. Zyklone, Starkregen und dichter Nebel machen die Wanderung, die für den nächsten Tag geplant ist, unmöglich. Wir trösten uns damit, dass wir so zumindest ein “Hochland intensiv”-Erlebnis haben und das 2:1 der deutschen Nationalmannschaft hebt die Stimmung zusätzlich.

Ringwallkrater Hverfall
Ringwallkrater Hverfall

Im hohen Norden

Den nächsten Tag beginnen wir mit einem guten Frühstück und starten dann gegen 10 Uhr in Richtung nördliche Hauptstadt: Akureyri. Im Laufe der Fahrt wird der Regen immer weniger und hört schließlich ganz auf, so dass wir unsere Fahrt unterbrechen können um ein Bad in einem natürlichen Hot Pot zu nehmen. Eiskalter Wind schreckt einige dann doch davon ab, aber etwa ein Drittel der Gruppe wagt das Abenteuer und wird mit einem wohltuenden, wärmenden Bad belohnt. Durch den stürmischen Wind spart man sich danach auch fast das Abtrocknen. Weiter geht unsere Fahrt. Da wir durch die entfallene Wanderung viel Zeit gespart haben, legen wir einen außerplanmäßigen Stopp in Glaumbær ein und besichtigen einen Hof bestehend aus Torfrasenhäusern, eine beeindruckende Reise in die isländische Vergangenheit. Ca. eine Stunde später erreichen wir Akureyri und beziehen unser Hotel. Mit einem kurzen Stadtbummel und einem leckeren Abendessen lassen wir diesen spannenden Tag ausklingen.

Ein Mülleimer in Akureyri
Ein Mülleimer in Akureyri

Am nächsten Morgen erwartet uns das bisher beste Frühstücksbüffet. Da es draußen weiter regnet fällt es der Gruppe schwer sich vom Frühstückstisch loszueisen, aber um kurz nach 09.00 Uhr sitzen dann doch alle im Bus in Richtung Mývatn. Kurz vor unserem Ziel hat der Wettergott dann ein einsehen. Der Himmel reißt auf und wir erleben eine Wanderung bei bestem isländischen Wetter (sonnig bis wolkig/sehr windig). Nach einem kurzen Marsch durch ein Lavafeld machen wir uns an den Aufstieg auf den Ringwallkrater Hverfall immer mit Blick auf die wunderschöne, mystische Mývatn Region. Oben angekommen laufen wir eine Runde entlang des Kraterrands. Unser Picknick fällt allerdings etwas einem Sand- bzw. Aschesturm zum Opfer, dennoch genießen wir die Pause. Nach dem Abstieg wandern wir weiter in Richtung Dimmuborgir. Eine verwunschene Lavalandschaft voller Sagen und Mythen. Weiter geht es zum Solfatarenfeld von Namaskard. Hier heißt es dann: “Nase zu und durch”. Was für die Augen spektakulär ist stellt das Riechorgan vor eine echte Herausforderung, aber wir stellen uns tapfer der geballten Schwefelladung. Ein Bad in der “kleinen blauen Lagune” sorgt für Erholung und Entspannung und wir treten glücklich und zufrieden die Rückfahrt an. Ein letzter Stopp führt uns zum Goðafoss (Götterwasserfall) und wir staunen erneut über die Schönheit, Ursprünglichkeit und Energie dieser Landschaft.

Lava-Tor in Dimmuborgir

Natur & Kultur in Island

Am 5. Tag unserer Reise müssen sich unsere Reisepläne erneut dem isländischen Wetter anpassen. Es besteht weiterhin eine Unwetterwarnung für das Hochland und die Hochlandpiste Sprengisandur ist unbefahrbar und aus Sicherheitsgründen gesperrt. Somit bleibt uns nichts anderes übrig, als unseren Weg stattdessen über die Ringstraße anzutreten. Dies eröffnet natürlich viele neue Möglichkeiten für spektakuläre Foto-Stopps. Zuerst halten wir am Wasserfall Kolufossar, der sich tosend in die etwa 1,5 km lange und 40-60 m tiefe Schlucht Kolugljúfur stürzt. Im Anschluss freuen wir uns, endlich auch tierische Models vor die Linse zu bekommen. Eine Herde Islandpferde buhlt um Aufmerksamkeit. Als nächstes besuchen wir Borgarvirki, eine Festungsanlage aus den ersten Besiedlungsjahren der Insel und damit hier eines der ältesten Relikte menschlichen Lebens. Weitere Stationen sind der Hvalfjörður (Walfjord), der seinen Namen von einem bösartigen Wal aus einer isländischen Volkssage hat, der hier unschädlich gemacht worden sein soll und zu guter Letzt der zweiarmige Wasserfall Hjálparfoss, der sich malerisch in ein lagunenartiges Becken ergießt. Fast 12 Stunden später (nach 8 ½ Std reiner Fahrzeit) erreichen wir müde aber zufrieden das Hochlandzentrum Hrauneyjar und freuen uns über ein köstliches Abendessen.

Islandpferd
Islandpferd

Der neue Tag beginnt mit einigen Sonnenstrahlen und nach dem langen Fahr-Tag freuen wir uns alle auf die Bewegung in der Natur. Nach dem Frühstück steigen wir also wieder gut gelaunt in unseren Bus und fahren nach Landmannalaugar. Unsere Wanderung führt uns erst an einem Fluss entlang, dann durch Lavaformationen, vorbei an einem stinkenden, blubbernden Schlammtopf auf einen Aussichtsvulkan. Von diesem aus können wir das Naturschutzgebiet überblicken, das sich besonders durch die Vulkane, die in allen Farben schimmern, auszeichnet und erwiesenermaßen eines der schönsten Wandergebiete der Insel ist. Wieder runter vom Vulkan geht es durch ein Obsidianlavafeld zurück zum Campingplatz, an dem unser Bus geparkt hat und zur natürlichen Badestelle. In einem Bachlauf, der sowohl von einem heißen Zulauf, als auch von einem kalten Zufluss gespeist wird, findet jeder der mag den Platz mit der persönlichen Lieblingstemperatur. Die Lavawand im Rücken, ansonsten umgeben von Wiesen mit blühenden Blumen und dem Vulkanpanorama, möchte man am liebsten ewig verweilen. Doch die Zeit drängt, wir müssen weiter.

Spontanität ist alles!

Die Fahrt führt durch eine Bilderbuchlandschaft, hin und wieder durchqueren wir einen Fluss und genießen die Aussicht. Wir halten fest: Bis hierher verläuft alles nach Plan… Doch dann verlässt uns das Glück. Zuerst setzt wieder der Regen ein und dann verweigert unser Bus plötzlich die Weiterfahrt. Der gerissene Kühlschlauch kann von unserem Busfahrer und einem technisch versierten Reisegast zuerst notdürftig geflickt werden, aber nach kurzer Fahrt stehen wir erneut. Ratlosigkeit macht sich breit, wir haben keinen Netzempfang und kein passendes Ersatzteil.

Doch Rettung naht. Nach ca. 45 Minuten hält die „Pistenkuh“ vor uns. Die Pistenkuh ist ein Allradfahrzeug, das zugleich Wohnmobil, rollende Werkstatt, Ersatzteillager und Heim eines deutschen Aussteigerehepaars ist (wer gerne spannende Reiseberichte liest, oder einfach wissen möchte, wie so eine „Pistenkuh“ aussieht, dem sei folgende Homepage empfohlen: www.pistenkuh.de).

Ein weiterer Glücksfall: genau in diesem Moment kommt der Linienbus vorbei, der zu unserem nächsten Ziel, der Eruptionsspalte Eldgjá fährt. Unsere Reiseleitung hält ihn auf und nach einer kurzen Erklärung in bestem Isländisch dürfen wir einsteigen. Dies verschafft vor allem unserem Busfahrer die nötige Ruhe und den bestmöglichen Bewegungsspielraum für die Reparatur.

In der Hoffnung, dass unser Bus nicht allzu lange braucht um wieder zu uns zu stoßen, bleiben wir in Parkplatznähe und freuen uns über die Möglichkeit der Toilettenbenutzung. Nach einer knappen halben Stunde fährt unser Bus fröhlich blinkend auf den Parkplatz und wird von uns mit großem Hallo empfangen. Schnell steigen wir ein und setzen unsere nun um etwa 2 Stunden verspätete Fahrt fort.

Wenig später haben wir auch wieder Netz und freuen uns im Bus über den Halbfinaleinzug der deutschen Mannschaft. Den letzten Stopp an diesem Tag machen wir am spektakulären Lavastrand in Vík.

Etwas später als geplant erreichen wir gegen 20.30 Uhr unser Gästehaus in Hellishólar.

Landmannalaugar
Landmannalaugar

Vulkaninsel Island

Nach der Aufregung des Vortags dürfen wir eine Stunde länger schlafen als geplant und machen uns dann auf den Weg in die Þórsmörk. Der Weg in das Tal hinein führt die meiste Zeit über eine raue Schotterpiste. Besonderes Highlight bei der Einfahrt ins Tal ist natürlich der Blick auf den aktuell wohl bekanntesten Vulkan Islands: den Eyjafjallajökull, der 2010 durch seine Aschewolke einen Flugstillstand in ganz Europa ausgelöst hat. Von der Eiskappe des Eyjafjallajökull wälzt sich eine Gletscherzunge Richtung Tal, so dass wir hier dem Gletscher ganz nah kommen. Je weiter wir ins Tal kommen, umso häufiger müssen wir die Seitenarme des Gletscherflusses Krossá durchfurten. Nach etwa 2 ½ Stunden Fahrzeit erreichen wir unseren Ausgangspunkt, den Campingplatz in Básar. Hier gibt es zwei mobile Brücken, um die breitesten Stellen des Flusses trocken zu überqueren. Weiter geht es durch das Tal und wir queren noch einige kleinere Flussläufe. Dank vieler Steine klappt dies allerdings größtenteils trockenen Fußes. Vom Langidalur Campingplatz aus machen wir uns auf, den Aussichtsberg Valahnúkur zu erklimmen, von dem aus wir einen großartigen Blick über die ehemalige Fjordlandschaft haben. Nach dem Abstieg geht es weiter nach Húsadalur, wo wir in einer Hütte unsere Mittagspause einlegen. Zurück am Bus starten wir die Fahrt in Richtung Skógar. Im Skógarmuseum erwartet uns eine spannende Führung mit vielen Informationen zum Leben in Island (insbesondere im 18. – 20. Jahrhundert).

Damit ist unser Tagesplan fast erfüllt. Für heute stehen nur noch zwei Wasserfälle auf unserem Plan. Als erstes geht es zum Skógafoss, der direkt neben dem Museum liegt und in dem ein Schatz verborgen sein soll. Auf dem Rückweg nach Hellishólar halten wir dann noch am Seljalandsfoss, ein Wasserfall, der eine besondere Perspektive eröffnet, da man auch hinter ihm her laufen kann. Außerdem haben wir durch die Abendsonne das besondere Glück, den Wasserfall mit Regenbogen zu erleben.

Unser Abendessen findet heute auf Grund einer Großveranstaltung im Privathaus des Gästehausbesitzers statt und so genießen wir eine heiße Lammsuppe im großen Wohnzimmer vor riesigen Panoramafenstern.

Seljalandsfoss
Seljalandsfoss

Reykjavík

Unser Reiseende naht. Um 09.00 Uhr machen wir uns auf den Weg in „die Stadt“. Es geht nach Reykjavik. Nach den wunderbaren Naturerlebnissen freuen wir uns nun darauf, ein wenig durch die Straßen zu bummeln, Mitbringsel zu kaufen und die Sehenswürdigkeiten Reykjaviks zu erkunden. Unser erster Anlaufpunkt ist Perlan. Hier haben wir auf einer Aussichtsplattform einen tollen Ausblick über Reykjavik und den Hausberg Esja. Weiter geht es ins Zentrum. Am Konzerthaus Harpa, einem architektonischen Highlight der Stadt, steigen wir aus und besichtigen die Eingangshalle. Unser Stadtrundgang führt uns unter anderem am Parlament vorbei ins Rathaus, wo wir auf einer großen Reliefkarte noch einmal unsere Reiseroute Revue passieren lassen. Über die Haupteinkaufsstraßen Laugavegur und Skólavörðustíg geht es hoch zum Wahrzeichen der Stadt: Hallgrímskirkja, wo unser offizieller Stadtrundgang endet. Von hier aus strömen wir in alle Richtungen aus, um die Stadt auf eigene Faust zu entdecken.

Um 19 Uhr treffen wir uns dann zum „letzten Abendmahl“ in einem Reyjaviker Fischrestaurant und schlemmen uns durch das üppige Fischbuffet. Wir nutzen den Zeitpunkt, um uns bei unserer großartigen Reiseleitung zu bedanken und erinnern uns noch einmal an die schönsten, lustigsten und spannendsten Momente unserer Reise.

Um 21.30 Uhr heißt es dann wirklich „Abschied nehmen“. Es geht zum Flughafen, wo wir dann kurz nach Mitternacht die Reise mit einem „Bless Reykjavik“ (Tschüss Reykjavik!) oder auch „Sjáumst!“ (Bis bald!) beenden und den Flug zurück nach Deutschland nehmen, wo wir in den frühen Morgenstunden ankommen werden.

Reykjavik
Reykjavik
Die Gruppe :-)
Die Gruppe 🙂
Vielen Dank für die erlebnisreiche, schöne Zeit!
Eure Meike
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