Mallorca – Im Herzen der Insel

Mallorca im Februar? Oh ja, um die 20°C, saftig grüne Wiesen, die ersten Frühjahrsblüher und frisch geborene Lämmchen. Dazu die Ruhe und Gelassenheit der Mallorquiner und das Gefühl, die Insel ganz für sich alleine zu haben. Für mich die perfekte Reisezeit!Mandelblüte

Ankunft am Flughafen Palma de Mallorca. Eine freundlich lächelnde Reiseleiterin winkte mit dem Wikinger Reisen-Schild und begrüßte mich herzlich. Auch Frank, unser Mann vor Ort, stand am Flughafen und begrüßte die Wikinger überschwänglich. Schon gesellte sich der erste Ausruf: „Sie kenne ich doch!“ hinzu. Ja, das ist richtig, Frank ist für unsere Mallorca-Gäste eine der wichtigsten Bezugspersonen und immer zur Stelle!

Unser Grüppchen von acht Gästen und Reiseleiterin Sabine Grundmann fand sich Ausblick vom Ramschnell und schon ging es los zur ersten Unterkunft, dem urigen Hostal Esporles im gleichnamigen Ort. Nachdem wir die Zimmer bezogen und uns kurz frisch gemacht haben, schlenderten wir zur Plaza und machten es uns in einem Café gemütlich, draußen auf der Terrasse. Im Februar! Eine erste Kennenlern-Runde folgte und Sabine gab einen groben Überblick über die Insel; ihre topographischen Besonderheiten und die zu bewandernden Regionen für die nächsten 14 Tage. Wir konnten es kaum erwarten …

Blühende Mandelbäume rund um Esporles

Die ersten drei Wanderungen fanden jeweils rund um Esporles statt. Ausgangsort war Frühlingsblüte auf Mallorcaimmer unser Hostal, sodass morgens keine Transfers nötig waren. Unsere Einstiegswanderung führte uns über breite Forstwege und durch Steineichenwälder bis zur Küste nach Banyalbufar. Unterwegs konnten wir bereits die ersten blühenden Mandelbäume bewundern, aber auch Kleingewächse wie den Aronstab. Angekommen in Banyalbufar, das bereits von Mauren gegründet wurde und bekannt ist für seine Anbauterrassen, kehrten wir ein und belohnten uns mit der mallorquinischen KaffeepauseSpezialität Pan amb Oli. Ungesalzenes Graubrot, bestrichen mit Tomaten und Knoblauch und belegt mit mallorquinischem Käse oder Serranoschinken. Que rico! Mit dem öffentlichen Bus fuhren wir anschließend zurück nach Esporles.

Tramuntana-Wanderungen

Die zweite Wanderung führte uns auf den Gipfel des Ram (833 m). Wir stiegen auf, genossen die Ausblicke über Esporles, die Sonnige Aussicht auf die TramuntanaTramuntana und erkannten in der Ferne die Silhouette Palmas. Nach einem köstlichen gemeinsamen Picknick, stiegen wir über die Ermita Maristella und den Cor de Jesús wieder hinab nach Esporles. Die letzte Wanderung in diesem Gebiet führte uns hinauf in die Berge. Nach einem knackigen Anstieg wurden wir mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt. Über uns zogen die Mönchsgeier ihre Runden und die Sonne schien uns ins Gesicht. Lediglich den kalten Wind sollte man nicht unterschätzen. Unser Weg zog sich weiter über den GR221 bis wir den berühmten Ort Valdemossa erreichten. Nach dem bekannten Roman „Ein Winter auf Mallorca“ von George Sand, sind das Örtchen und seine Kartause eng verknüpft mit der Geschichte um Frédéric Chopin. Wir wandelten Wandergruppe auf dem GR 221durch die malerischen Gassen, die wir fast für uns alleine hatten und konnten uns kaum vorstellen, dass im Sommer bis zu 100.000 Touristen hierher strömen. Von Valdemossa aus brachte uns der Bus bis zum Mirador de ses Barques. Unser Gepäck wurde auf einen Jeep verladen und zu unserer nächsten Unterkunft transportiert, die Finca Balitx d´Avall, die wir zu Fuß erreichen, da keine Straße dorthin führt. In wunderbarer Abendstimmung, die fast an Alpenglühen erinnerte, stiegen wir zwischen knorrigen Olivenbäumen und Schafherden hinab.

Finca Balitx d´Avall

Im Talkessel, ganz versteckt gelegen, befindet sich unsere Finca Finca Balitx d´AvallBalitx d´Avall. Vor dem historischen Haus empfing uns eine aufgeweckte Haushälterin, die uns in unsere bereits aufgeheizten Zimmer führte. Jedes individuell gestaltet und mit ganz eigenem Charakter. Im Speisesaal erwartete uns eine mächtige Tafel, auf der uns deftige Hausmannskost kredenzt wurde. So gab es am ersten Abend ein Milchzicklein, dass 5 Stunden im Ofen gegart wurde und dazu mallorquinische Röstkartoffeln! Speisen Alpenglühen auf Mallorcavom Feinsten, genau das richtige nach einem anstrengenden Wandertag! Vor dem zu Bett gehen, drehten wir noch eine Runde durch die Fincaanlage. Ein Käuzchen rief, der Mond schien voll und hell auf uns herab und von den nahe gelegenen Tiergehegen hörte man das leise gurren der Hühner, Fasane und Pfauen. Landidylle pur!

Buchten-Wanderungen

Am nächsten Morgen stärkten wir uns an einem bäuerlichen, hausgemachten Frühstück und schnürten erneut die Wanderstiefel. Es stand die erste Küstenwanderung an. Ziel war eine der schönsten Buchten Mallorcas, die Cala Tuent. Der Weg führte entlang der Sa Costera. Aleppokiefern In Fornalutxversprühten Ihren Duft und wilde Bergziegen kreuzten hier und da unseren Weg. Am spektakulärsten war jedoch das knallig türkise Meer. Wir konnten unsere Blicke kaum davon lösen. Am nächsten Tag verstauten wir wieder unser Gepäck im Jeep, der es zur nächsten Unterkunft brachte, während wir uns ins Tal der Orangen aufmachten, nach Sóller. Wir stiegen zunächst auf zum Mirador de ses Barques, von wo aus wir einen phänomenalen Blick über Puerto Sóller hatten, und liefen weiter über Fornalutx nach Sóller. Die Region ist Gemüsestand auf Mallorcaaufgrund ihrer windgeschützten Lage und warmen Durchschnittstemperaturen ein wahrer Obstgarten. Zitronen- und Orangenbäume hingen voller Früchte, Gemüse reifte auf den Feldern, selbst Avocado- und Mispelbäume sind hier zu finden. Schon von weitem lockte der Anblick der Kirche San Bartolomé. Als wir im Ortszentrum ankamen, stellten wir fest, dass Markttag war. Auf etlichen Ständen wurden heimische Produkte, aber auch touristischer Schnickschnack angeboten. Wir genossen den Trubel nach Tagen in der einsamen Natur, aßen das inselweit bekannte Eis von Fet a Sóller und bummelten ein wenig durch die kleinen Lädchen.

Finca Es Quatre Cantons

Anschließend ging es mit der nostalgischen Eisenbahn weiter nach Bunyola. Dort erwartete uns der Bus zur Weiterfahrt zu unserer nächsten Finca Es Quatre Finca Es Quatre CantonsCantons, nahe Binissalem, mitten im Herzen der Ebene Es Pla. Die familiengeführte Finca liegt in der Weinbauregion der Insel. Zahlreiche Weingüter befinden sich in der Nähe. Das Haus besticht durch die Herzlichkeit der Besitzer und den stilvoll renovierten Zimmern. Von dort unternahmen wir eine Wanderung in der Region um Tossals Verds. Hier konnte man die typische Landschaftsarchitektur der Trockensteinmauern und Olivenplantagen näher kennenlernen. Die zweite und anstrengende Wanderung führte uns vom malerischen Wandern in der Ebene Es PlaOrt Orient hinauf zur geschichtsträchtigen Burg Alaró. Ein schweißtreibender Anstieg und zahllose unregelmäßige Treppenstufen bildeten unseren Weg. Doch die Mühe motivierte Wikingerlohnte sich. Oben angekommen wartete ein grandioser Ausblick auf die Inselwelt. In der Ferne grüßte der Puig Major, die höchste Erhebung der Insel. Zeit für den Abstieg, denn es erwartete uns noch eine Zwischenstation. Das urige Restaurant von Llorenc und Francisca Es Verger mit seinen heimischen Spezialitäten. Sehr zu empfehlen ist hier die Lammschulter, und das zu sehr moderaten Preisen. Auf dem Rückweg zur Finca besuchten wir außerdem noch ein Weingut und wurden mit einer Weinprobe der hiesigen Sorten überrascht. Uns wurden die genauen Anbaumethoden, Lagerzeiten und FrühlingserwachenBesonderheiten der Inseltrauben erläutert. Und mit einem Gläschen in der Hand, wirkte das Ganze gleich noch einmal spannender.

Son Manera in Montuiri

Der nächste Orts- und Unterkunftswechsel stand an. Von Binissalem zogen wir weiter nach Montuiri, wo uns das Fincahotel Son Manera erwartete. Auch die Wanderungen in dieser Region erstaunten uns mal wieder. Schon wieder Hirten mit Schafherdeein anderes Landschaftsbild. Zunächst die Bergzüge der Tramuntana, dann die fruchtbare Ebene Es Pla und nun befanden wir uns in einer wirtschaftlich genutzten Zone, und wanderten an atemberaubenden Küsten entlang. Zum einen rund um die Cala Torta bis zu einem ehemaligen Piratenturm. Am Horizont erblickten wir die Nachbarinsel Menorca und die Schnellfähre, die die beiden Inseln miteinander verbindet. Wieder einmal strahlender Sonnenschein, türkisblaues Wasser, kreischende Möwen und ein wunderbarer Küstenpfad. Was braucht man mehr? Die leider schon letzte Wanderung verband mehrere Buchten im Inselsüden. Von der Cala Llombards über die Cala Figuera, zu dieser Jahreszeit ein wirklich beschauliches Fischerörtchen, bis hin zur Cala Marmols. Segelboote dümpelten im Wasser und die frisch weißgetünchten Küstenwanderung an der Cala TortaHäuser leuchteten im Sonnenschein. In der letzten Bucht, den feinen Sandstrand unter den Wanderstiefeln, konnten und wollten Sabine und ich es uns nicht nehmen lassen. Rein in den Bikini und ab ins Wasser! Wer glaubt einem, wenn man sagt, man war im Februar im Mittelmeer baden? Aber es war herrlich, so wie die gesamte Tour.

Ein meiner Meinung nach sehr gelungenes Konzept, die Insel, Ihre Herzlichkeit und landschaftliche Vielfalt kennen zu lernen. Geschmackvolle und familiäre Unterkünfte mit hervorragender heimischer Küche, dazu eine versierte und sachkundige Reiseleiterin und eine gut gelaunte, stimmige Gruppe. Nochmal Mallorca? – ab ins Wasser, in der Cala MarmolsJederzeit, aber wieder im Februar!
 Eure Nicole

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