Lust auf eine Fika?

Innehalten, Geselligkeit, bewusster Genuss und eine Pause vom Alltag – dafür steht die schwedische Fika. Nachdem seit einigen Jahren der Hygge-Begriff in den deutschen Sprachgebrauch Einzug erhalten hat, sind wir der Meinung, dass die schwedische Kaffeepausen-Kultur auch hierzulande eingeführt werden sollte.

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Fika & Kaffi

Der Begriff „Fika“ bedeutet übersetzt nichts anderes als „Kaffee trinken“. Er steht aber auch symbolisch für eine ganz besondere Tradition. 1910 wurde der Begriff erstmals erwähnt und stammt wohl aus einer Wortspielerei von „Kaffi“ (übersetzt Kaffee). Bis heute halten die Schweden ihre Tradition in Ehren und richten sich zwei Mal am Tag ein Fika-Päuschen ein.

Eine Fika kann zwischen 15 und 45 Minuten dauern und besteht traditionell aus einer Tasse Kaffee und einem Stück Gebäck. Alternativ kann dies aber auch durch eine Tasse Tee und einen herzhaften Snack ersetzt werden. In vielen Betrieben gehört dies zur Arbeitskultur und wird vom Arbeitgeber unterstützt. Speziell dafür werden sogar vorgesehene Räume, der sogenannte „fikarum“ zur Verfügung gestellt. Der soziale Aspekt ist bei einer traditionellen Fika nicht zu unterschätzen. Studien belegen, dass das zwanglose Beisammensein und Plaudern die Motivation und Produktivität der Mitarbeiter deutlich steigert.

Fika geht nicht allein, sondern nur in Begleitung!

Die Schweden gehören weltweit zu den größten Kaffeekonsumenten und sind wahre Nachkatzen. Deshalb und durch die Fika floriert die Café- und Konditoreiszene in Schweden ausgezeichnet. Im Gegensatz zum schnellen Coffee-to-Go, den man mal eben im Gehen trinkt, setzt man sich und zelebriert den Moment. Und auch das typische Fika-Gebäck, allgemein als „Fikabröd“ bezeichnet, expandierte in den letzten Jahren immens. Ein kleiner Überblick:

Von Kanelbullar bis Kladdkaka

Havreflarn (Haferkekse)

Wer kennt Sie nicht? Die knusprigen Haferflockentaler sind mit einem Haps im Mund, gut lager- und transportfähig und am wichtigsten – einfach lecker! Egal ob mit oder ohne Schokolade, selbst gebacken oder gekauft, Kekse gehen immer 😊

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Havreflarn

Kladdkaka (Schokokuchen)
Der schwedische Schokoladenkuchen würde hierzulande eher als Brownie, denn als Kuchen durchgehen. Ausgestattet mit einem flüssigen Schokoladenkern und gerne mit Schlagsahne und frischen Beeren aufgemotzt, ist der Kladdkaka die Schokosünde schlechthin.

Jordgubbstårta (Erdbeertorte)
Mit dem Sommer kommt die Erdbeertorte, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Schweden. Die klassische Jordgubbstårta besteht aus einem fluffigen Biskuitboden, aromatischer Vanillecreme, Erdbeerpüree und noch mehr frischen Erdbeeren. Ein wahrer Mitsommer-Traum 😉

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Jordgubbstårta

Princesstårta (Prinzessinnentorte)
Die auffälligste und wohl schönste unter den Schwedentorten ist die Princesstårta. Eine halbkugelförmige Schichttorte mit einer Füllung aus Biskuit, Schlagsahne, Vanillecreme und Himbeerkonfitüre. Eingedeckt mit hellgrünem Marzipan und dekoriert mit einer einzelnen Marzipanrose. Wer kann da noch widerstehen?

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Kanelbullar (Zimtschnecken)
Der wohl bekannteste Klassiker unter den Fika-Gebäckstücken ist die Kanelbulle. Warmer, weicher Hefeteig in handlichem Format mit einem Herz aus Zimt und Zucker. Duftend und köstlich, der ideale Pausensnack. Was braucht das Herz mehr?

Mein Lieblingsrezept:

Kanelbullar (12 Stück)


Zutaten

250 ml Milch  

1 Würfel (42 g) frische Hefe  

500 g Mehl  

50 g Zucker  

1 Päckchen Vanillezucker  

Prise Salz  

100 g weiche + 100 g Butter  

1 Ei + 1 Eigelb (Gr. M) 

3 TL gemahlener Zimt  

125 g brauner Zucker  


Zubereitung

1. Milch in einem kleinen Topf lauwarm erwärmen und vom Herd nehmen. Hefe hineinbröckeln und unter Rühren auflösen. Mehl, Zucker, Vanillezucker und 1 Prise Salz in einer großen Rührschüssel mischen, in die Mitte eine Mulde drücken.

2. 100 g weiche Butter in Flöckchen und Ei auf den Mehlrand geben. Hefemilch in die Mulde gießen. Alles mit den Knethaken des Rührgeräts zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Löst sich der Teig vom Schüsselrand, noch ca. 3 Minuten mit dem Rührgerät oder den Händen weiterkneten.

3. Teig zugedeckt an einem warmen Ort ca. 45 Minuten gehen lassen.

4. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Zimt und braunen Zucker in einer Schüssel mischen. 100 g Butter in einem Topf bei schwacher Hitze leicht schmelzen. Vom Herd nehmen, etwas abkühlen lassen.

5. Hefeteig auf einer bemehlten Arbeitsfläche mit bemehlten Händen nochmals gut durchkneten. Mit einer Kuchenrolle zu einem Rechteck (ca. 40 x 55 cm) ausrollen. Mit der leicht geschmolzenen Butter bestreichen. Mit Zimtzucker gleichmäßig bestreuen.

6. Teigfläche mit einem angefeuchteten Messer quer halbieren, dann die Teighälften von der kurzen Seite fest aufrollen und dann mit einem angefeuchteten Messer in ca. 6 Scheiben (3,5–4 cm dick) schneiden.

7. Schnecken auf ein Backblech verteilen. Nochmals zugedeckt an einem warmen Ort 15–20 Minuten gehen lassen.

8. Inzwischen Eigelb und 2 EL Wasser verquirlen. Schnecken vorsichtig mit Eimix dünn bestreichen, dann im vorgeheizten Backofen (E-Herd: 200 °C/Umluft: 180 °C/Gas: s. Hersteller). 10-12 Minuten backen. Kanelbullar kurz abkühlen lassen.

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Kanelbulle

Wer keine Lust zu Backen hat, fliegt einfach im Sommer mit uns nach Schweden. Kommt mit!