Wandern auf La Palma „Grünes Juwel zwischen Vulkanen & Ozean“

Meine nächste Reise sollte nach La Palma gehen. Die Reiseausschreibung versprach Traumwanderungen auf der grünsten aller Kanareninseln und ein komfortables Hotel direkt am Meer. Gute Voraussetzungen für eine Aktivreise mit angemessenem Freizeitanteil und dem richtigen Maß an Erholung. 

Der Großteil der Gruppe landete mit mir pünktlich um 12:15 Uhr auf La Palma. Unser Reiseleiter Matthias empfing uns herzlich am Ausgang des Sicherheitsbereichs. Nach nur 10 Minuten Transfer erreichen wir unser Hotel. Bis zum Abend haben wir Zeit zum Koffer auspacken und für erste Erkundungen im Ort mit Promenade und schöner Sandbucht mit dunklem Sand. Vor dem Abendessen treffen wir uns für eine Vorstellungsrunde, dazu gibt der Reiseleiter schon nützliche Infos über die Reise und das Wandern auf La Palma,  und stellt uns die geplanten Touren vor. Das reichhaltige Abendessen in Büffet-Form bietet von der Vorspeise bis zum Nachtisch eine große Auswahl, besonders die „Live-Cooking-Station“ kommt sehr gut an.

Erste Wanderung mit Meerblick

Wir treffen uns vor dem Hotel um 09:30h zur ersten Wanderung. Wir starten 10 km nördlich der Hauptstadt Santa Cruz im Dorf Puntallana knapp 200 Meter oberhalb vom Meer. Wir wandern durch besiedeltes Gebiet, an Feldern und Bananenplantagen entlang, immer das Meer vor Augen. Nach der Mittagsrast geht es ca. 350 HM hinab in den eindrucksvollen „Barranco de La Galga“ – und auf der anderen Seite die 350 HM wieder hinauf.

Am Ende der Wanderung kehren wir in die Bar im kleinen Ort La Galga ein. Viele Gäste genießen hier zum ersten Mal und ab dann bei jeder Gelegenheit den für La Palma typischen Barraquito, eine Kaffeespezialität mit Espresso, einem Schuss Likör, Kondensmilch und aufgeschäumter Milch und etwas Zitrone. Mhmmm – lecker! Ab La Galga fahren wir mit unserem Bus zurück zum Hotel. Ich genieße die verbleidende freie Zeit bis zum Abendessen.

Zum Mirador de Somada Alta

Nach gut 30 Minuten Bustransfer erreichen wir den Cubo de La Galga. Hier oben beginnt der Barranco, den wir gestern durchwandert sind: Heute steigen wir durch einen dichten Lorbeerwald hinauf zum Aussichtpunkt „Mirador de Somada Alta“. Da wir genau in den Wolken wandern, ist es nass, es regnet und tropft – genau passend zum Thema Regenwald.

Eine weite Aussicht können wir aufgrund des Wetters leider nicht genießen, die geplante Mittagsrast lassen wir ausfallen und gehen zügig zurück hinab bis zum Bus. Dieser bringt uns wieder auf Meereshöhe und wir erreichen nach einem kurzen Spaziergang am Meer auf einer schönen Promenade das hübsche Dorf San Andres. Hier ist es trocken und deutlich wärmer als weiter oben im Regenwald, der Ort bietet mit schönen Häusern und einer tollen Bar eine herrliche Kulisse für unsere Einkehr mit Kuchen oder anderen Snacks. Dadurch, dass der Reiseleiter die Einheimischen kennt, wird für uns noch die Kirche aufgeschlossen, so dass wir diese besichtigen können.

Stadtführung in Santa Cruz

Heute ist der erste Tag zur freien Verfügung. Matthias schlägt eine Fahrt per Linienbus in die nahe Hauptstadt Santa Cruz de La Palma mit kleiner Stadtführung durch ihn vor. Ab dort soll über einen Höhenweg zurück zum Hotel gewandert werden. 6 Leute wollen mitwandern, einige Gäste wollen zwar mit in die Stadt fahren aber dann dort bleiben und in Eigenregie per Linienbus zurück. Ein Ehepaar nimmt sich für diesen Tag einen Mietwagen und ich und 4 weitere Teilnehmer wollen nach der Besichtigung von Santa Cruz per Linienbus auf die Westseite der Insel fahren.

Im Linienbus treffen wir dann doch auf Matthias und die 6 wanderfreudigen Gäste: Da es anfing zu regnen, haben auch sie sich für eine Fahrt auf die sonnige Inselseite entschieden. Wir steigen in Los Llanos aus, werfen einen kurzen Blick in das Gruppenhotel „Trocadero Plaza“, flanieren durch den Ort, pausieren auf der wirklich schönen Plaza und starten dann eine Wanderung bis hinunter ans Meer zum Badeort Puerto de Tazacorte. Nach einer guten Stunde am Strand geht es per Linienbus zurück zu unserem Hotel.       

   

                              

Vulkaninsel La Palma

Wandern auf La Palma bedeutet viele verschiedene Landschaften zu entdecken.Wir starten wie üblich um 09:30 Uhr und erreichen nach ca. 45 Minuten Transfer die Höhlen von Belmaco. Durch eine neue Variante der Wanderung am ersten Tag haben wir die bei der ersten Wanderung vorgesehene Besichtigung der Höhlen nicht machen können. Dies holen wir nun ohne Umweg nach, denn der Ort liegt genau auf der Route zu unserer heutigen Wanderung in der Vulkanregion im südlichen La Palma.

Wir besichtigen das Museum und die Höhlen und fahren weiter zum Vulkankrater San Antonio, welcher eine tolle Aussicht und ebenfalls ein kleines Museum bietet. Hier startet unser Abstieg durch abwechslungsreiche Lava-Landschaft. Wer möchte, kann den Vulkan Teneguia besteigen, ein spannender und extrem windiger Abstecher, der sich für alle trittsicheren Gäste lohnt! Wir erreichen das Meer und den Leuchtturm Faro de La Palma mit seinen Salinenfeldern und einer Bar zur Einkehr. Ab hier Rückfahrt zum Hotel und wie gewohnt Abendessen ab 19:00 Uhr.

schwarzen Lavagestein, weiße Salinen und Sicht auf das blaue Meer
schwarzes Lavagestein, weiße Salinen und Sicht auf das blaue Meer

Nationalpark Caldera de Taburiente

Heute bringt uns ein ca. 90 minütiger Transfer auf die Ostseite der Insel. Es geht knapp 40 Minuten in mäßigen Serpentinen bergauf bis in die Wolken, dann durch einen Tunnel durch die Berge und dann – blauer Himmel und Sonnenschein! Die Gruppe im Bus jubelt und applaudiert, so viel blauen Himmel haben wir bisher im Urlaub noch nicht sehen dürfen (außer die wenigen, die am freien Tag hinüber gefahren sind). Wir fahren bis zum Aussichtsplatz „La Cumbrecita“ auf 1.312 m Höhe. Eine kleine Rundwanderung (knapp 1,5 Stunden) bietet beeindruckende Einblicke in den Krater der Caldera.

Wir fahren mit dem Bus hinunter bis zum Besucherzentrum/Museum der Caldera, schauen uns in Ruhe um. Nach kurzer, aber kurvenreicher Fahrt erreichen wir den Wandereinstieg im Talkessel der Caldera. Wir wandern ca. 1,5 Stunden in die Schlucht hinein und auf gleichem Wege wieder hinaus. In beide Blickrichtungen eine wirklich tolle und imposante Tour. Der Bus bringt uns nicht direkt zurück ins Hotel, sondern wir machen noch einen ausgedehnten Stopp in einer tollen Bar etwas oberhalb mit herrlichem Ausblick. Dann geht es „zurück auf unsere Wolkenseite“.

Wandertag bei Tijarafe

Heute ist der zweite freie Tag. Alle Gäste nehmen an der fakultativen Wanderungen teil. Matthias hatte zunächst überlegt, mit uns zum höchsten Gipfel am Kraterrand der Caldera zu fahren und dort auf dem Kamm zu wandern. Aber dort oben herrschten Temperaturen um den Gefrierpunkt und die Wege waren teilweise noch mit Schnee und Eis bedeckt. Die Gruppe äußerte deshalb den Wunsch, wieder in die Sonne zu fahren und auf der Westseite zu wandern. Kein Problem für Matthias – wir charterten den Bus und er machte mit uns eine abgewandelte Wanderung aus dem Programm der Reise Auf der „Isla Bonita“, die er auch schon oft geführt hat: Entlang an Mandelbäumen und restaurierten Bauernhäusern wandern wir durch altes Kulturland bei Tijarafe.

Nach Ab- und Aufstiegen erreichen wir den Ort La Punta. Hier kehren wir in einer Bar mit schönem Ausblick ein. Nach der Pause bringt uns der Bus hinunter zum Strand von Puerto de Tazacorte. Kurzer Stopp während der 20 minütigen Fahrt am berühmten Aussichtspunkt El Time mit Blick über die halbe Westseite der Insel.

Am Strand von Tazacorte haben wir eine gute Stunde Zeit zum Baden, bevor uns der Bus zum Hotel zurück bringt.

Heute geht nach dem Abendessen fast die komplette Gruppe mit in eine Bar im Ort und wir lassen die tolle Reise bei Cocktails und Bier und viel Gelächter ausklingen.

Abendstimmung
Abendstimmung

Heute geht es zurück nach Hause. 4 Gäste verlängern allerdings noch 2 bzw. 3 Nächte. Alle anderen fahren am späten Vormittag zum Flughafen (Fahrtdauer hier ja zum Glück nur 10 Minuten), auch der Reiseleiter. Hinter uns liegt eine tolle Woche mit schönen Wanderungen in herrlicher Landschaft.

Das wandern auf La Palma bietet wirklich extrem abwechslungsreiche Highlights. Und dank der angenehm harmonischen und sehr lustigen Gruppe kehre ich mit vollem Akku und einem Lächeln auf den Lippen heim.
Viele Grüße
Simone Henke
Hier geht’s zur Reise: Grünes Juwel zwischen Vulkanen  & Ozeanen

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