Kapstadt, Gardenroute & Safaris – Reisebericht Südafrika

15 Tage, 12 Wikinger und unzählige Highlights! Südafrika ist immer eine Reise wert, auch zwei oder drei. Denn jede Jahreszeit hat ihren Reiz, jeder Ort was Besonderes und jeder Moment die Chance unvergesslich zu werden…

Touchdown Gardenroute

Landung Kapstadt und direkt geht es weiter gen Norden. Die Metropole heben wir uns für später auf. Zunächst geht es nach Stellenbosch, die zweitälteste Siedlung Südafrikas und heute quirlige Universitätsstadt. Wir genießen unseren ersten Kaffee unter südafrikanischer Sonne und akklimatisieren uns. Zeitverschiebung gibt es zum Glück keine, daher sind wir direkt im Timing 😉

In der Wein- und Straußenregion Südafrikas

Robertson und Oudtshoorn liegen an der Route 62, der längsten Weinstraße der Welt. Hauptsächlich werden hier Rotweine kultiviert, aber seit einigen Jahren auch immer mehr Weißweine. Bei einer Weinprobe können wir diese direkt mal kosten. Auch ein Besuch einer Straußenfarm darf nicht fehlen. Zwar ist die Zeit der Federbarone und federbesetzten Charlestonkleider der 1920erJahre vorbei, die Straußenindustrie boomt aber weiterhin. Für Leder, Fleisch und Federn für den Karneval in Rio. Wir lernen einiges Wissenswertes über die größten Laufvögel der Welt, die Züchtung und können im hauseigenen Bistro auch Straußenspezialitäten probieren.

Das Kapfaltengebirge

Weiter geht es mit einer Wanderung durch das Kapfaltengebirge, eine Landschaft wie aus einem Fantasyfilm. Warum immer Neuseeland als Drehort genutzt wird? Hier könnte Mittelerde genauso gut liegen. Zunächst durch mystischen Nebel, später im strahlenden Sonnenschein. Den Wanderweg teilen wir lediglich mit zwei Steinböckchen, sonst sind wir allein im Naturparadies. Im September beginnt die Proteablüte und zahlreiche kleine Wildblumen säumen unseren Weg. Die perfekte Reisezeit für Blumenliebhaber entlang der Gardenroute.

Proteablüte entlang der Gardenroute

Auf geht´s zur Safari!

Wir passieren die kleine Karoo und gelangen in die Provinz Eastern Cape. Die erste Pirschfahrt steht an. Der Addo-Elephant-Nationalpark wurde gegründet um die Letzten Kapelefanten vor dem Aussterben zu Schützen. Heute leben wieder zahlreiche große Herden im Park, eine davon bekommen wir sogar zu Gesicht. Besonderes Highlight sind die erst wenige Wochen alten Elefantenbabys, die sich immer wieder zwischen die Beine der Mutter zwängen, um Milch zu trinken. Ein ganz besonderes Erlebnis, das direkt ins Herz geht.

Vom Addo-Elephant-Nationalpark fahren wir weiter in das private Schutzgebiet Kariega. Die kommenden 48 Stunden sind wir mittendrin, im Safarirausch. Mit offenen Landrovern geht es auf Pirschfahrt zu Giraffen, Löwen und Geparden. Unzählige Zebras, Kudus, Springböcke und weitere Antilopen queren unsere Wege. Die Begegnung mit den Löwen geht uns durch Mark und Bein, als sie direkt neben uns anfangen zu Brüllen. Gänsehaut pur, aber ganz „normales“ Territorialverhalten laut unserer Rangerin. Nicht fehlen darf auf einer morgendlichen Pirschfahrt der Amarula im Kaffee. Dazu suchen uns unsere Rangerinnen immer die schönsten Plätze, z. B. mit Giraffen im Hintergrund aus, und wir unterbrechen unsere Foto-Jagd für eine kleine Stärkung. So komfortabel kann Safari sein 😉

Safariabenteuer im Addo-Elephant-Nationalpark und Kariega Game Reserve

Die Küste entlang auf der Gardenroute

Von Kariega aus geht es wieder westwärts, Kapstadt entgegen. Als nächstes steht der Tsitsikamma-Nationalpark auf unserem Programm. Hier wandern wir direkt an der Küste des indischen Ozeans, in südafrikanischem Urwald mit Baumriesen. Turakos, auch roter Blitz genannt, flattern zwischen den Bäumen und wir bekommen einen Eindruck, wie die Landschaft ausgesehen haben muss, bevor die Holländer sich am Kap niederließen.

Die Wanderung auf der Robberg-Halbinsel musste aufgrund starker Winde leider ausfallen. Dafür hatten wir umso mehr Glück mit dem Wetter am Kap Aguhlas, der Landmarke an der Indischer Ozean auf Atlantik trifft. Der schöne Küstenwanderweg hat ein ganz besonderes Flair. Fakultativ ist die Besteigung des Leuchtturms möglich. Aber Vorsicht, nur für Schwindelfreie!

Im Tstitsikamma-Nationalpark und am Kap Agulhas

Die Walhauptstadt Hermanus

Next Stop entlang der Gardenroute ist Hermanus, die Walhauptstadt Südafrikas. Und wir sind genau zum richtigen Zeitpunkt hier. Es ist Walsaison und die Southern Right Wales kommen zur Paarung und Geburt ihrer Kälber an die Küste. Selbst von der Küste aus kann man die zahlreichen Wale springen sehen, sogar beim Frühstück vom Hotelfenster aus! Wahnsinn. Bei einer Bootsfahrt kommt man den sanften Riesen besonders nah. Für mich einer der schönsten Momente der Reise.

Die Wanderung im Fernkloof-Schutzgebiet gehörte zu den schönsten der Reise. Auch hier blühten zahlreiche Protea- und Heidearten. Die Ausblicke auf die Küste und Hermanus waren fantastisch.

Walbeobachtung in Hermanus

Kapstadt und die Kaphalbinsel

Über Stoney Point, wo wir die gefährdeten Brillen-Pinguine bestaunen konnten, erreichten wir schließlich Kapstadt. Tafelberg, Waterfront und das farbenfrohe Bo-Kaap sind ein Sightseeing muss. Die wechselvolle Geschichte des Landes ist auch hier sehr präsent. In der Innenstadt von Kapstadt steht sogar ein Stück der Berliner Mauer, das symbolisch daran erinnern soll, dass Menschen niemals getrennt werden sollten – aus welchen Gründen auch immer. Außerdem haben wir in Kapstadt noch die Gelegenheit die letzten Souvenir-Einkäufe zu tätigen. Besonders schön sind Produkte „Made in Afrika“, so wie die farbenfrohe Shwe-shwe-Stoffe oder Holzschnitzereien.

Zum Abschluss erkundeten wir die Kap-Halbinsel mit Capepoint und dem windumtosten Kap der guten Hoffnung. Während wir in den anderen Regionen der Tour fast immer die einzigen Touristen waren, merkt man hier die Nähe zur Hauptstadt. Es ist aber auch ein einzigartiges Gefühl, hier am schönsten Ende des afrikanischen Kontinents zu stehen. Die Wanderung entlang der Steilküste hinunter zum Kap der guten Hoffnung ist landschaftlich wirklich ein Highlight. Mit jedem Schritt bietet sich eine neue Perspektive auf die spektakuläre Küste. Fotomotive satt!

Finale an der Gardenroute: Kapstadt und Kaphalbinsel

Ich kann nur bestätigen, eine grandiose Reise, voller Erlebnisse und tiefer Eindrücke! Und ganz sicher nicht mein letztes mal Südafrika 😉

Eure Nicole