Island – Vulkane & Gletscher – hautnah!

„Landschaften und Lichtspiele wie im Fantasyfilm“. Eine Beschreibung Islands, welche ich vor der Reise immer wieder zu hören bekomme. Der nördlichste Punkt meinerseits war bisher Helgoland, so dass sich meine Vorstellungen über eine noch nördlicher gelegene Insel mit vulkanischem Ursprung doch eher in Grenzen halten. Da dieser Horizont erweitert werden möchte und man als echter „Wikinger“ diese Insel wohl kam auslassen kann, steht bald fest, im Sommer 2014 die Reise Island – „Vulkane & Gletscher – hautnah“ in Angriff zu nehmen. Im Folgenden werde ich näher darauf eingehen, inwiefern sich meine Erwartungen bei dieser Reise erfüllen.

Anreise

Nach einem kurzweiligen Nachtflug in Richtung Dämmerung erreichen wir Island. Dort werden wir sogleich gebührend von kaltem Wind und Regen im Gesicht am Flughafen begrüßt. „If you’ve got coats, put them on“, so warnt die isländische Flugbegleitung die sommerlichen T-Shirt-Träger aus Deutschland vor dem „Isländischen Sommer“. Bei Morgendämmerung, also um 2:00 Uhr morgens, bezieht man die Zelte in Reykjavik und macht es sich im Schlafsack gemütlich.

Hengill

Am Morgen ist man trotz des wechselhaften Wetters guter Dinge und freut sich auf den Transfer ins Wandergebiet Hengill. Das Bad im warmen Gebirgsbach wird auch bei Regen gern in Anspruch genommen und man hofft danach auf einen heißen Kakao oder Kaffee in einer bewirteten Hütte, welchen wir uns dann auch gerne genehmigen. Nach einem Buswechsel geht es mit dem Spezialbus durch die vielen Wasserläufe des Gletscher-Flusses Krossa bis zum Zeltplatz Basar in der Thorsmörk. Alle sind fasziniert von der Friedlichkeit dieses Ortes. Eine wunderbare Station um das Gebiet in den nächsten Tagen zu erkunden.

Thorsmörk

Die folgenden 4 Tage wird das Wetter besser und bei Sonne erleben wir fantastische Ausblicke auf die Gletscher Myrdalsjökull und Eyafjallajökull. Der Reiseleiter Patrick hat das Programm so gestaltet, dass es jeden Tag noch eine Steigerung gibt. Das gilt für den Anspruch sowie für die grandiosen Aussichten von den Gipfeln der Berge Valahnúkur, Réttarfell und Utigönguhöfdi. Die Königsetappe zum Fimmvördurháls ist der Höhepunkt der Reise. Selbst bei einem Schneeschauer der uns oben erwartet, sind alle fasziniert von der weltfremden Landschaft. Die noch nicht ganz erkalteten Lavaströme dampfen hier vor sich hin und wärmen uns sogar die Füße. Hier entsteht auch unser „Wir sind Weltmeischder- Foto“ (siehe Abbildung). Ebenfalls begeistert sind wir von den Kochkünsten unserer Camp-Köchin Eva, welche wir auf dieser Reise so nicht erwartet hätten. Auf dem Zeltplatz Bausar herrscht stets Harmonie und wir werden nach den Wanderungen immer mit heißem Tee und Kaffee in Empfang genommen. Nach einer warmen Dusche im nahegelegenen Duschhäuschen gibt es dann Köstlichkeiten wie Lammkotelett und Rosmarin-Kartoffeln. Abends plaudert man am Picknick-Tisch bei Tee mit Rum noch in die lange Dämmerung hinein, bespricht das Programm des nächsten Tages und lauscht den Isländischen Sagas des Reiseleiters. Die Zelte sind komplett wind- und regendicht und man schläft beim fernen Rauschen der Krossa wunderbar ein.

Golden Circle

Kaum das Erlebte verarbeitet geht es dann am letzten vollen Tag mit dem Bus auf den „Golden Circle“, bei welchem man die Highlights rund um Reykjavik besichtigt. Nach den Wasserfällen Seljalandsfoss und Gullfoss, dem Geysir Strokkur, der Allmännerschlucht und einer kleinen Gammelhai-Verkostung kommen wir wieder an den Ausgangspunkt unserer Reise zurück. Das Camp in Reykjavik ist zur Hochsaison sehr gut besucht. Ein guter Ausgangspunkt für ein multikulturelles Publikum um Island kennenzulernen, denn die Einrichtungen lassen nichts zu wünschen übrig und Hannelores Fischsuppe in der Brotschale überzeugt uns auf ganzer Linie. Den Abend lässt man im Nachtleben von Reykjavik ausklingen und manch einer vom frühen Flug macht sogar die Nacht durch. Alle kommen per Flybus wieder pünktlich zum Flughafen.

Mein persönlicher Eindruck

Landschaften und Lichtspiele wie auf Island.“ Das wünsche ich mir nun bei einem ordentlichen Fantasyfilm. Gerne würde ich mir ein Stück Thorsmörk für zwischendurch mit nach Hause nehmen. Wer wacht nicht gern morgens im Angesicht eines in der Sonne glitzernden Gletschers auf? Da dies leider nicht möglich ist, werde ich sicherlich bald wiederkommen!
Vielen Dank auch an die tolle Gruppe!
Euer Dominik

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