Bunte Boote, Kuppelkirchen und jungsteinzeitliche Tempel – die kulturellen Höhepunkte Maltas locken jährlich Millionen von Besuchern auf den kleinen Archipel im südlichen Mittelmeer. Was dabei oft etwas in Vergessenheit gerät sind die vielen versteckten Naturhighlights, die sich am Besten zu Fuß entdecken lassen – sowohl auf der Hauptinsel Malta als auch auf den kleineren Nachbarinseln Gozo und Comino. Mal direkt vor den Toren bekannter Städte, mal etwas weiter außerhalb zeigen wir euch hier die sechs schönsten Wanderrouten Maltas.
Platz 6: Wie die St. Pauls Bay zu ihrem Namen kam …
Eine schöne kurze Wanderung zum Einstieg bietet sich im Nordosten der Hauptinsel Malta an. Von der Siedlung Xemxija aus umrundest du die Küste der St. Paul’s Bay und besteigst schließlich einen Hügel, auf dem die größere Stadt Mellieħa thront. Die Wanderung setzt sich wie die meisten Küstenwanderungen auf Malta aus kurzen Auf- und Abstiegen über zerklüfteten Kalkstein (Korallenkalk) zusammen.


Von der Ostspitze der Bucht bietet sich ein großartiger Ausblick auf die unbewohnten Saint Paul’s Islands. Hier soll der Apostel Paulus einst Schiffbruch erlitten haben. Als er beim Sammeln von Feuerholz den Biss einer giftigen Schlange überlebte, schlossen sich die Malteser dem christlichen Glauben an. Bis heute sind zahlreiche Kirchen, Landschaften und Monumente auf Malta Paulus gewidmet.
(Gehzeit: ca. 2 Stunden)
Platz 5: Einmal um Comino
Die nur 3km² große Insel Comino zwischen Malta und Gozo wird all zu häufig auf die Blaue Lagune reduziert – jene Bucht im Westen der Insel, die mit ihrem kristallklaren türkisfarbenen Wasser vor allem Badegäste anlockt.

Was weniger bekannt ist: Vom Bootsanleger an der Blauen Lagune aus führt ein einfacher Wanderweg ohne nennenswerte Steigungen (+-80 m) um die Insel herum. Ein Wehrturm der Johanniterritter und eine kleine Kirche erinnern an vergangene Zeiten, in denen noch gut 100 Menschen auf Comino lebten.


Der schönste Abschnitt der Wanderung erwartet dich jedoch kurz vor der Rückkehr zur Blauen Lagune an der südwestlichen Küste Cominos. Mehrere spektakuläre Felsformationen ragen hier aus dem herrlichen Blau des Meeres.
(Gehzeit: ca. 1,5 Stunden)
Platz 4: Auf der Mauer zum Meer
Eine der längsten Wanderrouten auf Maltas Hauptinsel beginnt zu Füßen der alten Hauptstadt Mdina. Du spazierst über die Victoria Lines, eine britische Befestigungsanlage aus dem 19. Jahrhundert.


Im weiteren Verlauf folgst du der hügeligen Westküste mit ihren bildgewaltigen Buchten, Klippen und Wehrtürmen bis zum beliebten Sandstrand Golden Bay.
(Gehzeit: ca. 5 Stunden)
Platz 3: Stand hier nicht mal ein Felsenbogen?!?
Maltas nördliche Nachbarinsel Gozo ist deutlich dünner besiedelt als die Hauptinsel und besticht an vielen Stellen durch eine grünere, naturbelassene Landschaft. Du startest nahe dem Küstendorf Marsalforn ganz im Norden Gozos. Dort finden sich antike Salzpfannen, die schon von Römern und Phöniziern benutzt wurden.

Westwärts wanderst du an der felsigen Küste mit einigen Auf- und Abstiegen bis zur Dwejra Bay. Hier lockte einst der Felsenbogen Azure Window unzählige Tagesbesucher an, bis er 2017 einstürzte. Erhalten blieb der Kalksteinfels Fungus Rock, der ganz in der Nähe aus dem Meer ragt.


Ein echter Geheimtipp ist jedoch der ebenfalls bis heute bestehende Felsenbogen Wied il-Mielaħ, den du auf der Wanderung schon einige Kilometer vor Erreichen der Dwejra Bay in aller Pracht bewundern kannst – und das in ziemlich exklusiver Atmosphäre, denn anders als einst beim Azure Window können Touristenbusse nicht in der Nähe des kleineren Felsenbogens parken. Manche Highlights muss man sich eben erwandern.
(Gehzeit: ca. 4,5 Stunden)
Platz 2: Der höchste Punkt!
Du besuchst die Tempel von Hagar Qim und Mnajdra an Maltas Westküste? Top! Du kannst gleich dort loswandern – einfach die Küste hoch.
Nach z. T. steilen Auf- und Abstiegen über Korallenkalk erreichst du die kleine Bucht Għar Lapsi. Hier bietet sich eine kleine Badepause an (neben Cafés und Restaurants für den Mittag). Frisch gestärkt führt dich der Küstenpfad weiter zu den Dingli Cliffs, dem höchsten Punkt Maltas … auf 253 m über dem Meeresspiegel. Wandern auf den kleinen Inseln ist eben ein Auf- und Ab, nicht immer nur Auf.


Das letzte Stück der Wanderung bringt dich wieder ins Inselinnere, vorbei an prähistorischen Schleifspuren und Wohnhöhlen zu den Buskett Woods, einem kleinen Wäldchen, das einst die Johanniterritter anlegten.
Natur, Kultur, Botanik & Badespaß in einer Tour – mehr Abwechslung geht nicht!
(Gehzeit: ca. 4 Stunden)
Platz 1: Cliffs of Gozo
Die Südküste der Insel Gozo ist DAS Wanderparadies des maltesischen Archipels. Du hast nur Zeit für eine Wanderung? Dann sollte es diese sein. Du kannst auch gleich am Fährhafen von Mgarr starten. Tagsüber kommt hier alle 30 Minuten die Fähre von der Hauptinsel an. Die Überfahrt dauert etwa 20 Minuten.
Der Küstenpfad zur Bucht von Xlendi führt vorbei an den für Gozo typischen Terrassenfeldern. Herrliche Ausblicke bieten sich auf Malta, Comino und das gozitanische Xewkija mitsamt seiner Kuppelkirche. Auf kleinen Steinmauern kannst du Ausschau nach der endemischen Malta-Eidechse halten – mit ein bisschen Glück zeigt sich sogar ein Chamäleon.


Der schönste Abschnitt ist jedoch der letzte Teil der Wanderung. Zwischen Ta‘ Ċenċ und Xlendi läufst du mehrere Kilometer über spektakuläre Steilklippen. Auf der Suche nach den schönsten Panoramen solltest du hier auf keinen Fall vergessen, dich regelmäßig umzudrehen, denn die erwarten dich von beiden Seiten.
(Gehzeit: ca. 4,5 Stunden)
Ihr seht: Malta hat für Natur- und Wanderfreunde einiges zu bieten, wobei kleine kulturelle Häppchen beim Wandern zum Erlebnis dazugehören. Antike Salzpfannen oder Wehrtürme der Johanniterritter am Rande der Küstenpfade sind nicht nur tolle Fotomotive, sondern zeugen auch von der bewegten und hochspannenden Historie der Inseln.

Die schönsten Wanderungen Maltas auf einen Blick:
- Küstenwanderung von Xemxija nach Mellieħa
- Rundwanderung auf Comino
- Von Mdina zum Golden Bay
- Küstenwanderung auf Gozo
- Dingli Cliffs: Wanderung zum höchsten Punkt Maltas
- Entlang der Südküste Gozos zur Bucht von Xlendi
Die beste Jahreszeit zum Wandern auf Malta
Grundsätzlich lohnt sich eine Reise nach Malta das ganze Jahr über. Das beste Wanderwetter hast du von März bis Mai sowie von September bis November. Bis in den späten Herbst ist auch Baden im Meer noch sehr gut möglich. Wenn es im November in Deutschland schon grau und kalt ist, kannst du auf Malta noch mit einer Wassertemperatur von 20°C rechnen. Auch an Land hast du zum Sonnenuntergang noch um die 21°C – top Wetter für Inselerkundungen aller Art.
Und weil Wandern allein nur halb so viel Spaß macht, ist eine geführte Wanderreise der beste Weg, Maltas unbekannten Höhepunkten näher zu kommen. Worauf wartest du?