Costa Ricas Tierwelt

Costa Rica ist ein wahres El Dorado in Sachen Artenvielalt, vor allem in Hinblick auf seine Fauna, weswegen sich eine Wikinger-Reise dorthin lohnt.

Doch was macht dieses kleine Land in Mittelamerika so besonders? Welche Tiere könnt ihr hier entdecken? Wo sind die besten Orte, um sie zu beobachten und wann ist die beste Reisezeit?

In dieser kleinen Text- und Bild-Safari nehmen wir euch mit zu den tierischen Highlights Costa Ricas!

Doch zuerst ein paar Daten und Fakten zu Costa Rica:

Costa Rica ist ein kleines Land in Mittelamerika, nicht viel größer als Niedersachsen.

Das Klima ist tropisch, das Landschaftsbild geprägt von Gebirgsketten, zahlreichen z. T. aktiven Vulkanen, vor allem aber von dichtem Regenwald. Costa Rica gilt als Vorreiter in Sachen ökologischer Verantwortung und fast 30% der Landesfläche stehen unter strengem Naturschutz.

500.000 Tierarten leben in Costa Rica, von winzigen Blattschneiderameisen über bunte Papageien und Leguane bis hin zu Tapiren, Hirschen und großen Raubkatzen. Damit gilt der kleine Staat als absoluter Hotspot der Biodiversität. 6% des weltweiten Artenreichtums finden sich hier.

Als Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika ist Costa Rica zudem ein Schmelztiegel, in dem sowohl typisch nordamerikanische Tierarten wie Waschbären und Kojoten als auch typisch südamerikanische Tiere wie Ameisenbären und Totenkopfaffen sich dieselben Lebensräume teilen.

Sympathischer Langschläfer, das Faultier

Costa-Rica Tiere

Fangen wir mit einem echten Publikumsmagneten an. Mit seinem niedlichen Gesicht erfreut sich das Faultier, das fast sein ganzes Leben hoch oben in den Baumkronen verbringt, enormer Beliebtheit.

Genau genommen gibt es in Costa Rica zwei Faultier-Arten: Das Hoffmann-Zweifingerfaultier und das zur Gattung der Dreifinger-Faultiere gehörende Braunkehl-Faultier. Unterscheiden lassen sich die beiden Arten am besten (wie die Namen schon vermuten lassen) an der Anzahl ihrer Finger, wobei die Anzahl der Zehen bei beiden Faultieren gleich ist (drei).

Faultiere findet man in Costa Rica überall dort, wo es ausreichend Bäume gibt – also nahezu im ganzen Land. Besonders gute Sichtungschancen hatte ich an den Stränden, z. B. im Surfer-Dorf Dominical an der Pazifikküste. Da hier die Vegetation weniger dicht ist und man einfacher einen Blick in die Baumkronen werfen kann.

Langfinger, Schreihälse und seltene Waldgeister in Costa Rica

Vier Affenarten leben in Costa Rica. Auf unserer Wanderreise hatte ich das große Glück, sie alle zu Gesicht und sogar vor die Linse zu bekommen.

Am Häufigsten zu sehen – und vor allem zu hören – sind die dunkel gefärbten Mantelbrüllaffen. Ausgestattet mit einen stark vergrößerten Kehlkopf und einem besonders ausgeprägtes Zungenbein gehören diese Affen zu den lautesten Tierarten weltweit. Mit ihrem namensgebenden Gebrüll markieren Brüllaffen-Gruppen ihr Revier, während alleinstehende Affen sich um die Aufnahme in einer Gruppe bewerben. Vor allem morgens sind ihre lautstarken Konversationen mitunter kilometerweit zu hören und fungieren so als Mutter Naturs Weckservice.

Costa-Rica Tiere

Weniger laut, dafür umso frecher sind die etwas kleineren Panama-Kapuzineraffen. Spätestens beim obligatorischen Besuch des Manuel Antonio-Nationalparks oder der umliegenden Pazifik-Strände läuft man diesen schwarz-weißen Allesfressern fast garantiert über den Weg. Wer hier einen entspannten Nachmittag verbringen möchte, sollte weder seinen Cocktail noch seine Wertsachen jemals unbeaufsichtigt liegen lassen. Denn die cleveren Kapuziner haben längst gelernt, wie man frische Orangenscheiben aus Gläsern stibitzt oder Handtaschen in die nächste Baumkrone verschleppt, um sie auf Leckereien zu prüfen.

Costa-Rica Tiere Wikinger-Reisen

Etwas seltener zu sehen sind die großen Geoffroy-Klammeraffen, die (ebenso wie Brüllaffen) über einen Greifschwanz verfügen, der beim Klettern praktischerweise als fünftes Bein eingesetzt werden kann. Die vierte und kleinste Art ist das niedliche Rotrücken-Totenkopfäffchen, welches ausschließlich im Südosten Costa Ricas und Südwesten Panamas, in den Regenwäldern entlang der Pazifikküste vorkommt. Durch großflächige Waldrodungen in der Vergangenheit sowie die Bejagung für den illegalen Haustierhandel, zählen diese Affen leider heute noch zu den bedrohten Arten.

Du möchtest den unberührten Regenwald von Corcovado zu Fuß entdecken? Schau dir hier unsere Costa-Rica-Trekkingreise an: Costa Rica zu Fuß

Bunte Federn, große Schnäbel, die Vogelarten von Costa Rica

Costa-Rica Reisezeit

In Costa Rica leben ca. 900 verschiedene Vogelarten. Das sind fast dreimal so viele Arten wie im deutlich größeren Deutschland.  

Zu den beliebtesten Federträgern zählen zweifelsohne die farbenrohen Tukane mit ihren eindrucksvollen Riesenschnäbeln. Von innen sind diese allerdings weitestgehend hohl und dem entsprechend leicht. Die größte der sechs in Costa Rica heimischen Tukan-Arten ist der Swainson-Tukan mit seinem gewaltigen gelb-braunen Schnabel. Etwas kleiner, aber umso farbenfroher fällt der zweitgrößte Vertreter, der Regenbogentukan, aus. Der Schnabel macht seinem Namen alle Ehre. Die übrigen vier Arten sind deutlich kleiner und werden als Arassaris bezeichnet.

Gute Chancen, Tukane zu entdecken, hat man sowohl entlang der Pazifikküste als auch in der Bergregion rund um den Vulkan Arenal – beides absolute Pflichtziele einer Costa Rica-Rundreise.

Lebende Propeller auf Wikinger-Reise entdecken

Wikinger-Reise Costa-Rica

Abgerundet wird das Vogelparadies Costa Rica durch über 50 Arten von Kolibris. Um einige dieser bunten Winzlinge zu Gesicht zu bekommen, muss man sich eigentlich nur ein Hotel aussuchen, auf  dessen Außenanlage sich Blütenpflanzen befinden.

Auf der Suche nach süßem Nektar schwirren die kleinen Energiebündel, deren Herz 400 bis 500 Mal pro Minute schlägt, in einer außerordentlichen Geschwindigkeit von Blüte zu Blüte.

Wer hiervon scharfe Fotos schließen möchte, steht auf jeden Fall vor einer spannenden Herausforderung.

Generell lassen sich in Costa Rica auf großen, z. T. naturbelassenen Hotel-Anlagen mitunter einfacher wilde Tiere beobachten als bei Wanderungen durch dichtesten Wald. Vor allem morgens und abends kann ein kleiner Hotel-Rundgang bereits zu einer waschechten Safari werden.

Tiere der Nacht

Natürlich gibt es in Costa Rica jedoch auch Tierarten, denen man auf keinen Fall auf seiner Hotelanlage begegnen möchte.

Bei einer geführten Nachtwanderung in den Nebelwäldern von Monteverde traf unsere Gruppe auf harmlose Geschöpfe wie den Rotaugen-Bachfrosch oder die Rhinozeros-Heuschrecke, aber auch auf hochgiftige Schlangen wie die Greifschwanz-Lanzenotter oder die grüne Palm-Lanzenotter, deren Biss tödlich enden kann. Den Anweisungen der erfahrenen Guides ist deshalb unbedingt Folge zu leisten, während bei unbegleiteten Wanderungen besondere Vorsicht geboten ist.

Auf keinen Fall sollten Wanderpfade verlassen, Steine umgedreht oder in Erdhöhlen oder Löcher gegriffen werden. Bevor man sich an einem Baum abstützt, empfiehlt es sich dringend, einen Kontrollblick auf die Stelle zu werfen, um nicht mitten in eine Schlange zu greifen.

Neben Giftschlangen zählt zu den gefährlichen Tieren Costa Ricas auch die berüchtigte 24-Stunden-Ameise oder Bullet Ant. Der Biss dieser im Regenwald heimischen, etwa 25 Millimeter großen Insekten, verursacht 24 Stunden lang bestialische Schmerzen. Daher der ungewöhnliche Name, der uns alle daran erinnert, wieso man niemals ohne festes Schuhwerk auf Wanderschaft gehen sollte.

Die Herren der Flüsse in Costa Rica

Wikinger-Reise Krokodil

Eine Brücke über den Fluss Rio Tarcoles im Westen Costa Ricas gilt als sicherer Aussichtspunkt auf eine weitere, nicht gerade ungefährliche Tierart: das Spitzkrokodil. Beim Anblick dieser bis zu sieben Meter langen Panzerechsen sollte man sich nicht zu weit übers Geländer beugen. Zumal unser Reiseleiter Francisco auf die Frage, was wohl passieren würde, wenn man auf die Idee käme, zu den Tieren ins Wasser zu springen, eine eindeutige Antwort parat hatte … Ja, ihr denkt ganz richtig.

Neben den Krokodilen, trifft man an Costa Ricas Flüssen auch die kleineren, näher mit den Alligatoren verwandten, Kaimane. Diese haben eine breitere und rundere Schnauze.

Aber auch einige äußerst kuriose Tierarten bevölkern Costa Ricas Süßgewässer. Bei einer Boots-Safari auf dem Fluss Rio Frio im Norden des Landes konnten wir Nasenfledermäuse, Schlangenhalsvögel sowie die auch als Stirnlappenbasilisk bekannte Jesus-Christus-Echse beobachten. Den Namen hat dieses grüne Reptil durch seine Fähigkeit, in Windeseile einige Meter über Wasser zu laufen.

Vamos a la playa von Costa Rica

Der perfekte Abschluss einer erlebnisreichen Costa Rica-Reise sind ein paar entspannte Tage an einem der vielen herrlichen Sandstrände.

Wer zwischen März und Oktober anreist, kann an der Karibikküste des Tortuguero-Nationalparks seltene Meeresschildkröten bei der Eiablage beobachten. An der südlichen Pazifikküste sind zwischen Juli und April (mit Unterbrechungen) Whale Watching-Touren möglich, bei denen Ausschau nach Buckelwalen gehalten wird.

Doch selbst beim Faulenzen am Strand ist tierische Gesellschaft nicht fern.

Während der Tag langsam ausklingt, ziehen Braunpelikane gemächlich ihre Kreise, Schwarzleguane klettern die Palmen rauf und runter und nur wenige Meter weiter verdrückt ein Geier eine Kokosnuss – letzteres musste ich fotografieren, damit ihr’s mir glaubt.

Reisezeit Geier

In Costa Rica gilt: Egal ob im tiefsten Dschungel, auf kargen Berggipfeln oder am meistbesuchten Sandstrand – für Tiere ist eigentlich immer Platz – und dafür muss man das Land einfach lieben.

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