Checkliste: Was sollte ich bei meiner ersten Radreise beachten?

Denkst du darüber nach mit dem Fahrrad die Welt zu erkunden? Gute Idee! Bei einer Radreise lernst du aktiv eine Region kennen, hast aber einen größeren Radius als beim Wandern – ideal, um in neue Welten einzutauchen. Hier ein paar Tipps, um Dir deinen Einstieg zu erleichtern:

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Radelnd die Welt entdecken

Wieviel Kilometer schaffe ich mit dem Fahrrad pro Tag?

Vorweg: Wenn du eine Radreise planst, trainiere  auf jeden Fall vorher regelmäßig. Das ist wichtig, damit du ohne Muskelkater den Urlaub genießt. Mit einer guten Grundkondition und regelmäßigen Radtouren (z. B. 1 x pro Woche) schaffst du 30 – 60 km am Tag mit moderaten Steigungen. Je mehr Berge, umso geringer das Tempo.

Starte gemütlich nach dem Frühstück, mache regelmäßig Pausen, trinke ausreichend und halte unbedingt an schönen Orten an. Der Weg ist das Ziel.

Eigenes Rad oder Leihrad?

Beides hat Vor- und Nachteile.

Eigenes Rad:

Dein eigenes Rad kennst du, der Sattel ist eingesessen und die Umgewöhnungszeit entfällt.

Checke dein eigenes Rad vor einer mehrtägigen Radreise genau durch oder lass es von einer Fachwerkstatt warten. Wechsle Reifen aus, die abgefahren oder brüchig sind. So vermeidest du lästige Pannen vor Ort. Denk daran, ein Reparaturset und den Ersatzschlauch mitzunehmen. Ich habe immer ein kleines Pannenspray in der Satteltasche. Im Fall eines Platten gelange ich zumindest zum nächsten Übernachtungsort und kann dort in Ruhe den Schlauch wechseln.

Informiere dich bei Anreise mit der Bahn darüber, ob du dein Rad im Fahrradabteil mitnehmen kannst. Dies ist meist gegen Aufpreis und z. T. nur mit Reservierung möglich.

Bei Touren von Ort zu Ort musst du das eigene Rad ggf. auch wieder zum Startpunkt zurückbringen. Das gestaltet sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln inklusive eigenem Rad und Gepäck meist schwierig. Bei unseren Wikinger Reisen gibt es oft die Möglichkeit, einen Rücktransfer inkl. eigener Räder gegen Aufpreis zu buchen.

Bei einigen Pauschal-Radreisen ist es nicht möglich, das eigene Rad mitzunehmen. Grund kann z. B. die Logistik sein.

Leihrad:

Generell empfehle ich bei einer Pauschal-Radreise ein Leihfahrrad für die Dauer der Reise zu mieten. Das hat gleich mehrere Vorteile:

Bei Leihrädern gibt es immer einen Ansprechpartner vor Ort, der Dir im Falle einer Panne hilft. Falls du einmal einen Platten hast, reparierst du diesen mit dem vom örtlichen Partner gestellten Reparaturset. Meist sind die Räder mit einer Radtasche ausgestattet, in der du das Tagesgepäck verstauen kannst. Bei Touren von Ort zu Ort gibst du dein Leihrad einfach am letzten Übernachtungsort zurück und reist bequem ohne Rad zurück zum Startpunkt.

Tipp: Wenn du Dir unsicher bist, ob du den Anforderungen der Radreise gewachsen bist, leih Dir ein E-Bike aus. Dies unterstützt deine Tretleistung und erleichtert Dir längere Anstiege.

Wie finde ich den Weg?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, den richtigen Weg zu finden:

  • Navigations-Geräte oder -Apps

Am besten nutzt du bei unseren Wikinger-Radreisen die Wikinger-Navigations-App. Diese führt dich dank Sprachnavigation sicher zu deinem Etappenziel.

Denk daran, eine Handyhalterung fürs Fahrrad mitzunehmen. Universalhalterungen gibt es mittlerweile sehr günstig im Fahrradladen oder Internet zu kaufen.

  • Klassisch: Wegbeschreibungen und Kartenmaterial

Alternativ zu der neuen Technik, der kannst du natürlich die klassischen Karten nutzen. Hier empfehle ich eine Kartenhalterung oder Lenkertasche mitzunehmen. Bei Leihrädern ist manchmal auch eine Lenkertasche dabei.

  • Beschilderung auf ausgewiesenen Radrouten

Oftmals sind Themenrouten sehr gut ausgeschildet. Pass gut auf, dass du kein Schild übersiehst. Diese sind gerne von Sträuchern zugewuchert oder verblasst. Es empfiehlt sich daher immer auch eine der beiden o. g. Möglichkeiten dabei zu haben.

  • Teilnahme an einer geführten Radreise

Möchtest du in einer Gruppe unterwegs sein und dich nicht selbst um die Wegführung kümmern, dann ist eine Radreise mit Reiseleiter genau das richtige für dich. Die Reiseleitung kennt den Weg und weist dich auf die Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke hin.

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Eine gute Orientierungshilfe ist wichtig!

Welche Kleidung sollte ich bei einer Radreise tragen?

Funktionshirt oder Radtrikot:

Diese transportieren die Feuchtigkeit nach außen und das Material trocknet schnell. So kühlst du bei Pausen oder längeren Abfahrten nicht so schnell aus.

Gepolsterte Radlerhose:

oder Radunterhose, die du unter einer Sporthose trägst. Gerade bei längeren Radtouren lohnt es sich, in eine gute Radlerhose zu investieren.

Fahrradhandschuhe:

Sie reduzieren den Druck auf die Handballen. Außerdem geben sie Sicherheit bei Nässe und schützen vor Sonnenbrand auf den Handrücken.

Schuhe:
Nutze Sportschuhe mit einer verstärkten Sohle. Richtige Radsportschuhe mit einem integrierten Befestigungssystem für die Pedale (sogenannte Klickpedale) sind für Radreisen nicht notwendig.

Multifunktions-Tuch:

Aufgrund der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten kannst du es als Halstuch nutzen oder den Kopf unter dem Helm vor Sonne oder Kälte schützen.

Regenjacke:

Zwar macht Radfahren bei sonnigem Wetter am meisten Spaß, jedoch ist Petrus nicht immer bester Laune. Daher gehört eine Regenjacke auf jeden Fall insTagesgepäck– umso besser, wenn du sie doch nicht brauchst. Eine Regenhose macht vor allem bei kühleren Temperaturen Sinn.

 Fahrradhelm:

Der Fahrradhelm ist das wichtigste Sicherheitszubehör, das den Kopf bei einem Sturz schützt. Gerade bei Radreisen in fremden Regionen, ist man von der Schönheit der Umgebung schnell abgelenkt und übersieht ein Hindernis auf dem Boden. Da kommt es eher einmal zum Sturz als zu Hause in gewohnter Umgebung.

Überprüfe unbedingt den Sitz des Helmes. Parallel zum Boden und mittig auf dem Kopf sitzt der Helm richtig. Achte darauf, dass er nicht tief im Nacken auf dem Hinterkopf oder zu tief in die Stirn sitzt.

Nur dann schützt der Helm optimal. Deshalb empfehle ich dir deinen eigenen Helm mitzubringen. Lass dich im Fachhandel dazu beraten und probiere verschiedene Modelle aus.

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Schützt nur dann, wenn er richtig passt – der Fahrradhelm

Gepäcktransport – ja oder nein?

Hier gibt es 2 Möglichkeiten: Entweder du transportierst dein Gepäck selbst auf dem Fahrrad oder du nutzt einen Gepäcktransport.

Solltest du es selbst transportieren, brauchst du einen Gepäckträger und mindestens 2 große Radtaschen. „Weniger ist mehr“ ist hier das Motto. Schnell kommen 10 kg Gepäck zusammen. 10 kg, die du zusätzlich zu deinem Gewicht auf dem Fahrrad transportierst. Das macht einiges aus – vor allem bei bergigen Etappen.

Die entspanntere Variante ist ein Gepäcktransport. Hier wird morgens das Gepäck an der Rezeption abgeholt und im Laufe des Tages zur nächsten Unterkunft gebracht. Du nimmst nur dein Tagesgepäck auf dem Rad mit.

Wikinger inkludiert bei allen individuellen Radreisen von Ort zu Ort einen Gepäcktransfer.

Welche speziellen Ausrüstungsgegenstände sind bei einer Radreise zu empfehlen?

Neben der richtigen Radbekleidung nehme ich gerne die folgenden Gegenstände auf eine Radreise mit:

  • Trinkflasche (min. 1 Liter Fassungsvermögen)
  • Snacks für zwischendurch (z. B. Nüsse, Müsli- oder Fruchtriegel)
  • Flickzeug, Ersatzschlauch, Multitool, Fahrradpumpe, Fahrradschloss
  • Satteltasche und evtl. Lenkertasche
  • Handyhaltung fürs Smartphone
  • Sonnenbrille/Radbrille, um die Augen vor Fahrtwind und kleinen Tieren zu schützen
  • Kleine Notfallapotheke mit Pflaster, Schmerzmittel, Binde und Desinfektionspray
  • Wasserdichte Schutzhüllen für Handy und Wertsachen
  • Gummihandschuhe, falls die Kette abspringt
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Wichtig – viel Trinken!

Du hast Lust loszuradeln bist aber noch unsicher wohin es gehen soll? Dann ließ gerne auch unseren Beitrag „Welche Radtour passt zu mir?“

Aufgesattelt und los geht´s,
Raphaela