Hight Noon im Wilden Westen
Mit Wikinger-Reisen durch 7 Nationalparks und 3 Städte

Wer hat nicht schon einmal vom Grand Canyon, von Las Vegas und von Kalifornien geträumt? Als Anhänger von Gruppenreisen gibt es da nur eins: dieses Traumziel mit Gleichgesinnten kennen lernen!

Die Eindrücke noch frisch im Gedächtnis versuche ich, sie für alle Interessierte in Form eines Tagebuchs festzuhalten.

Zur Anreise und zum 1. Tag
Anreise und LA

Zum 2. Reisetag
Buellton, Monterey

Zum 3. Reisetag
Mont. - San Franz.

Zum 4. Reisetag
San Franzisko

Zum 5. Reisetag
San Franz.,  Yos. NP

Zum 6. Reisetag
Half Dome

Zum 7. Reisetag
Yos. NP -  Mono Lake

Zum 8. Reisetag
Death V. u. L. Vegas

Zum 9. Reisetag
Zion NP

Zum 10. Reisetag
Zion NP

Zum 11. Reisetag
Bryce NP

Zum 12. Reisetag
Bryce NP, Cap. Reef 

Zum 13. Reisetag
Moab, Aches NP

Zum 14. Reisetag
Arches NP

Zum 15. Reisetag
Monument Valley

Zum 16. Reisetag
Grand Canyon NP

Zum 17. Reisetag
Grand Canyon NP

Zum 18.und 19. Reisetag
Las Vegas

Zum 20. Reisetag
LA, Universal Studios

Zur Rückreise u.a.
Rückflug

Achtung! Nur die Bilder im Design von Dias lassen sich in einem weiteren Fenster vergrößern!

Donnerstag, 14.08.:

Zwei Reisetaschen, eine Sporttasche mit den Schlafsäcken sowie 2 Tagesrucksäcke sind für den Flug gepackt. Die Liste des Veranstalters ist eine große Hilfe, zu zweit kommen wir mit knapp 30 kg gut zurecht. Statt den Taschenlampen und den knöchelhohen Treckingschuhen nehmen wir Stirnlampen und Laufschuhe mit, eine gute Entscheidung.

Unser Flug verläuft problemlos zunächst von München nach Paris. Die Dimensionen des dortigen Flugplatzes Charles de Gaulle verwirren uns, aber wir finden zu unserem Vogel nach LA. Kurz vor der Landung serviert die Stewardess die erste Sprachhürde. Das Einreiseformular ist in englisch und französisch erklärt. Aber der zunächst grimmig dreinschauende, aber freundliche Schwarze an der Passkontrolle hat Geduld und kurze Zeit später erwartet uns Mike, unser Reiseleiter, mit einem großen Schild „Wikinger-Reisen“ am Ausgang. Wir sind nun neugierig auf die anderen 7 Mitreisenden und mit Ihnen fahren wir in wenigen Minuten zu unserem Hotel direkt zwischen den Einflugschneisen des LA International Airport.

 

Freitag, 15.08.:

Nach dem opulenten Frühstück bei „Dennys“ wird die erste Hürde genommen, das Verladen des gesamten Gepäcks auf dem Dach unseres Dodge-Busses von Suntrek. Irgendwie schafft Mike noch die Regenplane über den riesigen Haufen. Ein kurzer Besuch des Nobelviertels Beverly Hill ist die Einstimmung für unsere heutigen Ziele Hollywood, Santa Monika, Venice Beach und St. Barbara. Dazwischen noch ein Stop am ursprünglichen spanischen Ursprung von LA. Unsere erste Nacht auf dem Zeltplatz bei Buellton (für Walli, meine Frau, die erste Zeltübernachtung ihres Lebens) ist alles andere als komfortbetont. Mike hat mit uns für die nächsten Essen eingekauft, gemeinsam im Schein der Gas- und Stirnlampen vertilgen wir unser eher einfaches Abendmahl. Der Abwasch ist nur mit Stirnlampen möglich. U. a. sind sie deshalb Taschenlampen vorzuziehen. Erst als wir im Zelt zur Ruhe kommen wollen, merken wir, dass hinter dem Bretterzaun die Autobahn verläuft.

In Beverly Hill In Hollywood Sicht zu den Bergen Hollywoods Am Venice Beach

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Samstag, 16.08.:

Eine lange Fahrt steht uns heute bevor. Sie wird unterbrochen von einem Besuch im Madonna-Inn. Dieses Motel neben dem Highway ist mit so viel amerikanischem Kitsch überladen, dass es fast schon als Kunstwerk bezeichnet werden kann. Jedes der 74 Zimmer ist anders ausgestattet. Wer dies nicht glaubt, soll sich die 74 Fotos, die es davon als Ansichtskarten gibt, näher ansehen.

Zum Ausgleich dafür hat Mike noch einen weiteren Geheimtipp auf der Strecke parat. Er weiß von Seeelefanten an der Pazifikküste und lässt uns an einem Parkplatz über eine Absperrung klettern (Wer wird geschützt? Die Tiere oder die neugierigen Besucher?). Enttäuschung in der ersten Bucht: nur ein kleines Tier, das sich kaum vom Sand abhebt. Aber wenig später gehen wir mit den mächtigen Fleischkolossen auf Tuchfühlung.

Im überladenen Madonna-Inn Mit den See-Elefanten auf Tuchfühlung (Abstand ist dringend angeraten) Tiefblick vom Hightway Nr. 1

Weiter fahren wir teils hoch über der Küste auf dem berühmten Highway Nr. 1 und nach einem Stop in Carmel zu unserem zweiten Zeltplatz bei Monterey. Mike bereitet uns heute ein vorzügliches Barbecue. Dieser Zeltplatz lässt fast keine Wünsche offen. Nur den nach Ruhe, denn er liegt wieder neben dem Highway.

An diesem Tag musste eine unangenehme Sache unter den Teilnehmern geklärt werden. Denn teilweise war eine Unterhaltung im Bus wegen dröhnender Lautsprecher nur noch durch Anschreien möglich. Wir hatten versäumt, uns durch den Aufenthalt in Discos auf den Musikwunsch jüngerer Leute und die damit verbundene Lautstärke vorzubereiten. Wer ruhige, klassische Musik bevorzugt, sollte sich auf Konfrontationen einstellen. Glücklicherweise war eine Einigung möglich, andernfalls hätten wir die Reise abbrechen müssen.

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Sonntag, 17.08.:

Wir treffen in San Franzisko ein. Von Twin Peaks erhalten wir einen ersten Eindruck von der Stadt, jetzt noch ohne Nebel. Weiter geht’s zu den Victorianischen Häusern am Alamo Square und ein Spaziergang in das Hippieviertel um Haight-Ashbury versetzt uns in die 1960er Jahre zurück. Der Fußmarsch über die Golden Gate Bridge, das Wahrzeichen von San Franzisko, eröffnet uns die Dimension dieses 1937 fertiggestellten Riesenbauwerks. Natürlich gehört für den ersten Eindruck noch ein Besuch von Fishermanns Wharf dazu, bevor wir unser Hotel im Stadtzentrum in der Sutter St. beziehen. Am Abend führt uns Mike in ein Chinarestaurant.

Erster Blick von Twin Peaks auf die Stadt Die Victorianischen Häuser am Alamo Square Spaziergang über die Golden Gate Bridge (leider bei Nebel)

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Montag, 18.08.:

Heute haben wir „frei“, wir können die Stadt auf eigene Faust erkunden. Es gäbe so viel zu erzählen, von bleibenden Eindrücken in Chinatown, von der Lombard Street, von den Cable Cars, von den Seelöwen am Pier 39, vom Embarcadero Center und vom Versuch, abends (leider bei Nebel vergebens) von der Bank of America, nach der Transamerica Pyramid das höchste Gebäude der Stadt, auf die Bucht von San Franzisko herunterzusehen.

Lombard Street, in der Vergrößerung von oben aufgenommen Cable Car am Russian Hill (Hyde Street) mit Blick auf Fishermans Wharf und Alcatraz Justin Herman Plaza mit Embarcadero Center

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Dienstag, 19.08.2003

Weiter geht die Fahrt, heute eher langweilig, ins Landesinnere. An der See hüllt uns noch der allgegenwärtige Pazifiknebel ein, aber wenige Kilometer später haben wir strahlend blauen Himmel. Am Bridalveil Fall gewinnen wir den ersten Eindruck von den mächtigen Granitwänden des Yosemite Valley und bei einem Besuch des Mariposa Grove stehen wir unter den gewaltigen Mammutbäumen. Nun schnell aber zurück und wir bekommen im Bridalveil Creek noch den letzten freien Campground vor der Weiterfahrt zum nahen Glacier Point hoch über dem Kernstück dieses Nationalparks. Gerade rechtzeitig, denn die Sonne geht unter. Vor unserer Nase steht unser Traumziel, der Half Dom, im Abendrot!

Bei Dunkelheit wird noch ein Eintopf gekocht und alles essbare in der Bärenkisten verstaut. Wir wollen von Meister Petz keinen ungebetenen nächtlichen Zeltbesuch.

links El Capitan, im Hintergrund Half Dome

Half Dome im Abendlicht, die Vergrößerung von anderem Standpunkt

 

Der mächtigste aller Mammutbäume (Grizzly Giant)

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Mittwoch, 20.08.:

Für die Besteigung des Half Dome müssen wir mit einer Gesamtgehzeit von 10 bis 12 Stunden rechnen, meint Mike. Alle zusammen fahren wir ins Yosemite Valley und dort mit dem Shuttlebus, bis es am Merced River nur noch zu Fuß weitergeht. Gruppenziel sind die beiden beeindruckenden Wasserfälle Vernal Fall und Nevada Fall. Walli und ich setzen uns ab und sind nach nicht einmal 1 ½ Stunden über dem zweiten Wasserfall. Hier beginnt in leichtem Auf und Ab der weite Weg zum Half Dome.

Das Gewurle in den Gipfelfelsen veranlasst Walli, am Beginn des letzten Aufschwungs sitzen zu bleiben. Alleine suche ich mir am Beginn der Drahtseile passende neue Lederhandschuhe aus und bin ¼ Stunde später am höchsten Punkt (8836 ft, 2693 m). Denn ich gehe einfach rechts neben den Seilen an den anderen vorbei, die sich, teilweise sehr erschöpft, am Geländer hochziehen. Der Massenauftrieb ist mit dem am Großglockner und am Matterhorn (auf beide führte ich schon andere Bergsteiger) vergleichbar. Ich genieße trotzdem, 4 Stunden nach Abmarsch, die Gipfelaussicht. Zu dieser Aufstiegszeit sei aber angemerkt: Walli und ich sind geübte Bergsteiger und haben ganz bewusst wochenlang vor der Reise sozusagen Hitze trainiert. Mit den Mountainbikes waren wir auch noch bei über 35 Grad in unseren Bergen unterwegs.

Am Rückweg können wir uns Zeit zum fotografieren lassen. Das Trinkwasser, 5 1½-Liter-Flaschen, ist trotz der Hitze ausreichend. Im Valley treffen wir die anderen und da im Camp keine Duschen sind, kultivieren wir uns im Visitor Center.

Half Dome mit seiner senkrechten Nordseite So gut ist der Schlußanstieg gesichert, Klettersteigset wäre dennoch angenehmt Geschafft! 1500m über dem Tal

 

Blick nach Norden Nevada Fall Der Vernal FAll

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Donnerstag, 21.08.:

Es regnet leicht, nichts für ein Frühstück im Freien. Wir kehren deshalb nach Abbau der Zelte im Valley ein. Weiter geht die Fahrt bei wolkenverhangenem Himmel in westlicher Richtung quer durch den ganzen Park. Am Tioga-Pass, mit 3031 m der höchste Punkt der Reise, verlassen wir den Nationalpark und erreichen den Mono Lake, ein Salzsee mit bizarren Tuffgebilden und Millionen von Mücken, die zum Glück nicht stechen. Nach dem Zeltaufbau statten wir noch einer verlassenen Goldgräberstadt einen Besuch ab. Auf der Rückfahrt machen wir uns Sorgen um unsere Zelte, denn ein schweres Gewitter lässt den Himmel auslaufen. Doch nichts ist passiert und wir können den Abend auf einem Komfort-Camp genießen.

Zeltabbau im Yosemite-Camp, im Vordergrund die Bärenkiste Tuffsteingebilde im Mono Lake Gewitterwolken über der Geisterstadt

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Freitag, 22.08.:

Heute haben wir die längste Fahrt unserer Reise vor der Brust. Es geht, immer geradeaus, vorbei an Bishop und an dem 4418-m-hohen Mt. Whitney in den Death Valley NP. Hier, 86 m unter dem Meeresspiegel, zeigt das Thermometer 50 Grad Celsius an.

Gegen Abend treffen wir in Las Vegas ein. Eine Stadt, die mit Worten nur schwer zu beschreiben ist, empfängt uns. Statt einer Zeltübernachtung organisiert Mike für uns ein (sehr einfaches, aber preisgünstiges) Motel. Mit seiner VIP-Karte bekommen wir sofort einen Platz im Restaurant des Hotels „Station Palace“ und gewinnen nach üppigem und geschmackvollem Buffet im Casino die Ausgaben dieses Abends. Denn bei Vorlage seines Paßes erhält jeder neue Gast ein Anfangskapital von 5 Dollar auf seine Spielerkarte.

Wir lassen uns verzaubern von den Wasserspielen vor dem Bellagio und dem Lichterhimmel über Down Town. Faszinierend ist die Mitternachtsshow aus „Krieg der Sterne“.

im "Tal des Todes", über 50 Grad Celsius Lichtershow über einem ganzen Straßenzug

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Samstag, 23.08.:

Von Nevada geht’s weiter nach Utah in den Zion NP mit seinen oft senkrechten, leuchtend roten Sandsteinfelsen. Die geplante Flusswanderung fällt buchstäblich ins Wasser, denn es sind Gewitter angesagt. Sie wären in einem Canyon lebensgefährlich, die Ranger sperren deshalb vorsichtshalber diesen Weg. Als Ausweichroute wählt Mike den Emerald Pool Trail zu zwei Wasserfällen (heute aber ohne Wasser). Übernachtet wird auf dem Zeltplatz unmittelbar vor dem Südeingang des Zion Canyon. Wir bangen um unsere Zelte, denn rings um uns erhellen Blitze schwerer Gewitter den Abendhimmel.

Der untere Emerald Pool

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Sonntag, 24.08.:

Der Pendelbus fährt uns zum Ausgangspunkt der heutigen Wanderungen. Angels Landing, ein schöner Name für einen Berg, ist unser erstes Ziel. Der West Rim Trail führt sehr bequem, fast schon für Rollstuhlfahrer hergerichtet zum Grat, der recht luftig erscheint. Unsere Gruppe teilt sich. Die mutigen hangeln an den Drahtseilen entlang zum markanten Gipfel hoch, die anderen zweigen links auf einen breiten, gut ausgebauten Weg ab und genießen von einem noch höheren Gipfel die Sicht.

Unser heutiges Ziel, Angels Landing Der schöne luftige Grat, nichts für ängstliche! Gipflrast, in Bildmitte unser nächstes Ziel, der Canyon

 

Am Fluß wieder angekommen fahren wir zum Talschluß weiter. Hier beginnt die Wanderung in den imposanten Virgin River Narrows. Die erste halbe Stunde auf einem Weg, aber dann geht es zur Sache. Meine offenen Badesandalen befestige ich mit Schuhbändern an den Füßen. So geht es gut eine Stunde in der schmalen, mit senkrechten und mehrere hundert Meter hohen Seitenwänden begrenzten Schlucht flussaufwärts. Gute Dienste leisten dabei unsere von zuhause mitgenommenen Teleskopstöcke. Wir könnten noch stundenlang so weitergehen, aber die Gruppe würde zu lange auf uns warten müssen. Und abends gibt es gegrillten Lachs mit Folienkartoffeln.

Diese Nacht schlafe ich unter dem Sternenzelt, etwas weiter vom nicht gerade leisen North Fork Virgin River entfernt, dafür aber nicht grundlos näher an einem gewissen Örtchen.

 

Himmelhohe Felswände, Walli ist kaum zu erkennen

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Montag, 25.08.:

Weiter geht die Fahrt mit einem kurzen Stop für den Canyon Overlook Trail und für den Checkerboard Mesa in den Bryce Canyon NP. Im Rubys Inn Campground vor dem Eingang zum NP können wir uns mit unseren Zelten ausbreiten. Mike fährt uns gleich zum Bryce Point weiter und wir schauen uns die Felsnadeln von oben an, bevor wir sie vom Sunset Point aus in einer 2-stündigen Wanderung näher kennen lernen. Die Landschaft zu beschreiben ist müßig, Bilder sagen mehr aus. Dieser NP ist der schönste, meint Mike. Er könnte recht haben.

Unser weitläufiges Camp bietet diesmal alles: Schwimmbad, Wirlpool, großen Einkaufsladen, vernünftige sanitäre Einrichtungen und, man wird genügsam, elektrisches Licht über der Spüle. Wir genießen nach den letzten, eher sehr einfachen Plätzen alles in vollen Zügen.

Checkerboard Mesa, ein schachbrettartig geformter Fels Blick vom Bryce Point im sogenannten Queens Garden Der Navajo Loop Trail

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Dienstag, 26.08.:

Um 6 Uhr ist Wecken, wir wollen den weltberühmten Sonnenaufgang am Bryce Point erleben. Er ist so rot, wie man ihn von Postkarten her kennt. Mittendrin bekommt Ingrid von uns zum Geburtstag ein Ständchen (und ihren Bären als Lesezeichen).

Sonnenaufgang am Bryce Point

Weiter geht unsere Fahrt nun zum Capitol Reef NP. Mike lässt uns alle an einem Parkplatz neben dem Hwy 24 aussteigen und wir verschwinden auf dem Grand Wash Trail wieder in einem Canyon. Der Weg geht dann stetig aufwärts und an einem Steinbogen (Cassidy Arch) vorbei. Leider unterschätzen wir das Auf und Ab des Weiterwegs, der sich dann in die Länge zieht. Mancher hat deshalb kein Auge mehr für die Naturschönheiten um uns herum und ist nur froh, wenigstens halbwegs unbeschadet zum vereinbarten Zeitpunkt wieder im Tal zu sein.

Am Visitor Center, The Castle im Hintergrund Im Grand WashTrail, ein enger Canyon Am Ende des Cohab Canyons, wir haben es geschafft!

Übernachtet wird diesmal auf einem golfplatzähnlichen Rasen mit einem Schwimmbad vor dem Zelt.

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Mittwoch, 27.08.:

Nach nur 3 1/2–stündiger Fahrt kommen wir in Moab, einem Touristenzentrum nahe dem Arches NP an. Endlich haben wir einmal ein paar Stündchen Zeit zum Karten schreiben, einkaufen, bummeln. Noch ist es bedeckt. Mike glaubt aber an ein Wunder und so machen wir uns abends zum NP auf. Bei zwei kleinen Wanderungen (Park Avenue, The Windows) zeigt sich bereits die Sonne. Deshalb müssen wir recht zügig von der Wolfe Ranch zum Delicate Arche vorwärts kommen, um nicht ein Highlight zu verpassen: den weltberühmten Sonnenuntergang an diesem Steinbogen. Wir schaffen es noch! Ich lasse wieder die Bilder sprechen. Auf dem Rückweg verabschiedet sich der Tag und ich habe ein Gefühl, als ob ich von der Christmette nach Hause gehe.

Das South Window Erster Blick durch ein Felsfenster auf den Delicate Arch Er ist wirklich so schön!!

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Donnerstag, 28.08.:

Bei einer 5-Stunden-Wanderung im Devils Garden erkunden wir das Zentrum des NP. Hier lasse ich wieder die Bilder für sich alleine sprechen. Welches ist die schönste Steinbrücke? Die mit 93 Meter Spannweite längste (Landscape Arch) oder der Doppelbogen des Double O Arch? Ich bitte selbst zu urteilen!

Der Landscape Arch

Der Partition Arch Der Double O Arch Dark Angel, ab hier gings wieder zurück Zurück auf dem etwas schwierigeren Primitive Trail

Trotz einer ausgiebigen Bierprobe (ca. 10 Sorten) in der nahegelegenen Kleinbrauerei finden wir keinen Schlaf. Denn die Unterhaltung unserer Nachbarn auf dem Zeltplatz findet erst weit nach Mitternacht ein Ende.

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Freitag, 29.08.:

Unsere Weiterfahrt zum Monument Valley unterbrechen wir beim Newspaper-Rock (1200 Jahre alte Indianerzeichnungen) und zum Besuch einer verfallenen Indianersiedlung unter einem riesigen Felsdach. Sie ist nur durch eine furchteinflößende Hängebrücke a la Indianer-Jones zu erreichen. Bei einem Stop am Gossenegg-Plateau sehen wir in einer Schlucht tief unter uns den San Juan River mäandern.

Nachmittags wird eine Jeep-Tour (25 Dollar je Teilnehmer) durch den Monument Valley organisiert. Nur damit gewinnt man einen bleibenden Eindruck von dieser außergewöhnlichen Landschaft, die wohl jeder aus unzähligen alten Westernfilmen kennt.

Unser ruhiger Zeltplatz ist direkt an der Kante beim Visitor-Center hoch über dem Monument Valley, im Blickfeld die beiden Zwillinge des East und West Mitten Buttes. Ein schönerer Platz ist nicht denkbar.

Das Gossenegg-Plateau Im Monument Valley Hier stand John Wayne

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Samstag, 30.08.:

Auf direktem Weg geht’s zum Grand Canyon, der eigentlich keiner weiteren Erläuterung bedürfte. Für 13.00 Uhr ist der gemeinsame Hubschrauber-Rundflug gebucht (175 Dollar), auf den nur Ingrid und ich verzichten. Hier lasse ich wieder die Bilder für sich sprechen. Ein etwas niedrigerer Sonnenstand hätte sicher die Felsstrukturen besser sichtbar gemacht.

Am Abend wird der Canyon ins rechte Licht gerückt. Wir sitzen nach einer Wanderung vom Bright Angel Trailhead zum Yavapai Point bei Sonnenuntergang an der Kante und lassen uns die von Mike besorgten Pizzas schmecken. Ein solches Abendessen bleibt unvergesslich.

Am Abend bereiten wir uns das Frühstück vor, denn es soll noch vor Sonnenaufgang losgehen und wir wollen die anderen dann nicht stören.

Der Grand Canyon, vom Hubschrauber aus Wieder eine Luftaufnahme Gibt es einen schöneren Platz als bei Abendrot hier Abendessen?

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Sonntag, 31.08.:

Bereits am Vortag habe ich tief unten im Canyon einen Aussichtspunkt ausgemacht, den Plateau Point. Eigentlich wollten wir gar nicht runter gehen, doch was sollen wir mit einem ganzen Tag anfangen? Walli, Ralf und ich werden von Mike zum Canyon gefahren. Nach dem Frühstück in der Morgensonne am Trailhead geht’s zügig den anfangs noch schattigen Bright Angel Trail über Indian Garden abwärts bis zu dem gut 1000 m tiefer gelegenen Aussichtpunkt. Nun, nur noch 500 m über dem Colorado River, können wir sogar die Freudenschreie der Leute in den Raftingbooten, die durch die Stromschnellen sausen, hören. Erst hier können wir die wahren Dimensionen dieser größten Schlucht der Erde begreifen. Diese Wanderung ersetzt nicht nur den überteueren Hubschrauber-Rundflug, sondern übertrifft ihn sogar.

Auf dem Plateau Point, einem grandiosen Aussichtspunkt im Canyon

So gehts auch bequem runter und rauf!

Gemütlich gehen wir den Rückweg an, an dem an drei Stellen gutes Trinkwasser nachgefüllt werden kann. Die mittlerweile über 40 Grad Celsius stören uns deshalb nicht und wir sind um 14.00 Uhr wieder oben. Mir unverständlich ist die in einem Wanderführer angeführte Gehzeit von 8 – 12 Stunden!

Wer jetzt vom Canyon noch nicht genug hat: im IMAX-Kino in Tusayan, hier standen auch unsere Zelte, kann man sich den Film dazu ansehen.

 

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Montag, 01.09.:

Route 66 ist ein Begriff auch in Deutschland. Bei der Fahrt nach Las Vegas machen wir kurz in Seligman Rast. Hier scheint die Zeit stillzustehen. Und wieder kommen wir nach Las Vegas, heute aber programmgemäß und werden in einem besseren Motel Nähe dem Hotel MGM Grand untergebracht. Ein vorzüglicher Ausgangspunkt für unseren nächtlichen Streifzug durch die Welt der Spieler und Zocker. Aber natürlich erst nach dem obligatorischen Abendmenü im Palace Station.

 

Zu Beginn dieser Nacht verlaufen wir uns im Casino des Hotel Mirage und finden erst nach langem Suchen raus. Dann meinen wir, alles sehen zu müssen, bis wir nach Venedig, Bellagio, Paris, NY NY, MGM, Excalibur und wie sie alle heißen nach Mitternacht aufgeben. Uns schwirrt der Kopf vom Geklingel und Geläut an den Spielautomaten.

 

New York New York, Nachbau der Skyline

Das Hotel und Casino Luxor, bisher das größte der Welt

Dienstag, 02.09.:

Auch ein Morgen ist in Las Vegas schön, vor allen Dingen fast menschenleer, gerade richtig zum fotografieren. Doch die Spielcasinos sind schon wieder (oder immer noch?) gut besetzt.

Ab Mittag geht’s weiter nach LA. Der Tag klingt mit einem vorzüglichen Abendessen am Pazifikstrand aus. Und wir sind wieder im bereits gewohnten sauberen Holliday Inn.

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Mittwoch, 03.09.:

Wir hatten bereits am ersten Tag unserer Reise viel von LA gesehen. Deshalb haben wir heute einen ganzen Tag für die Universal Studios Zeit. Andrea hatte irgendwie Ermäßigungskarten ergattert, wir müssen nur 37 Dollar Eintritt berappen. Da sich die Besucherzahl in Grenzen hält, kommen wir überall sofort rein und können alles sehen. Walli hat es der 4-D-Film mit dem SHREK angetan, den wir uns zweimal ansehen. Doch was soll ich erzählen: bitte alles selbst erleben. Die Illusionen, auch auf der Studio-Tour, im 3-D-Spektakel Terminator 2 und die Stunts in der WaterWorld sind perfekt.

Sturzbach durch ein spanisches Dorf Stunts zum fürchten bei "WaterWorld" Atkionen, bei denen auch die Zuschauer naß wurden

Abends verzichten wir zunächst aufs duschen und schaffen es gerade noch, rechtzeitig zum Sonnenuntergang (die Sonne versinkt fast kitschig im Pazifik) an die Manhattan Street zu kommen. Zum Ausklang gibt es noch in dem Lokal vom Vortag ein bekannt feines Abendessen.

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Donnerstag, 04.09.:

Auch die schönste Zeit geht zu Ende. Wir verabschieden uns von Mike, unserem Guide, der sich sehr viel Mühe mit uns gegeben hat. Wir haben uns auf ein Trinkgeld von 50 Dollar je Teilnehmer geeinigt (vielleicht ein kleiner Anhaltspunkt für andere Gäste), das ich ihm zum Abschied übergeben darf.

Der lange Rückflug endet für uns in München ohne der Reisetasche mit den Schlafsäcken. Sie geht zunächst verloren und wird uns einen Tag später nachgefahren.

Ich hoffe, dass in dem Bericht etwas von der Begeisterung, die ich bei dieser Reise für die Landschaften und Städte gewonnen habe, zu erkennen ist. Er soll auch eine kleine Hilfe für alle sein, die diese Tour unternehmen wollen, gleichgültig ob selbständig oder mit Wikinger-Reisen. Ich bin mir aber sicher, dass sie selbst organisiert wesentlich mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Walli Sabine Jürgen Andrea Ingrid Andrea Ralf Patricia Mike
Wer ist wer? Der Mauszeiger sagt es!

Herzlichen Dank noch an die Teilnehmer (Sabine, Jürgen, Andrea, Ingrid, Andrea, Ralf und Patricia) für ihr Verständnis in Bezug unserer Musikwünsche auf der Fahrt.

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Alois Herzig

(Feedback erwünscht)